Sonntag, 23. Juni 2013

Post 12 Kolumbien

Hola Hola,

dieses Mal kann ich von meiner zweiten Reise mit Plan erzählen, die aber weitaus entspannter verlief als die letzte Reise. Das letzte Mal bin ich ja in die Krisenregion "Tumaco" an der Pazifikküste geflogen, um als Übersetzerin auszuhelfen. Dieses Mal war ich "nur" Praktikantin und Begleiterin und durfte mit einer meiner Anleiterinnen nach Cartagena fliegen, was an der Karibikküste liegt. Cartagena ist eine sehr touristische Stadt im Kolonialstil und natürlich ist es super heiß....ist ja schließlich die Karibik!
Jedenfalls fand dort fand ein zweitägiger Workshop für Jugendliche statt, die in ihren Gemeinden verschiedene Gruppen organisieren und bestimmte Themen bearbeiten.Sandra, meine Anleiterin hielt in diesem Workshop einen Vortrag und außerdem wurden pädagogische Aktivitäen angeboten, um bestimmte Inhalte anschaulicher zu vermitteln. Gott sei Dank gibt es in jedem Gebäude Klimaanlagen, sonst wäre ich wahrscheinlich extrem schlecht gelaunt gewesen!

Es war super interessant zu sehen, wie die Planmitarbeiter/innen mit den Jugendlichen arbeiten, weil eben genau das umgesetzt wurde, was ich vorher immer nur gelesen oder in Werbefilmen von Plan gesehen hatte. 
Nämlich,. dass die Kinder und Jugendlichen im Mittelpunkt der Arbeit stehen und diejenigen sind, die Verantwortung übernehmen, Entscheidungen treffen und so ihre Gemeinden mitgestalten und verändern. Und genau dieses Ziel wurde bisher in allen Workshops, an denen ich teilgenommen habe in der Arbeit von Plan berücksichtigt. Wieder was dazugelernt ;)
Einer von den Jungs hat mir 2 Gedichte geschrieben, worüber ich mich echt gefreut habe, weil viele von den Jugendlichen mir gegenüber so offen und interessiert waren. Schön war das da!
Jedenfalls habe ich dann auch noch das Büro von Plan in Cartagena kennengelernt und dann ist Sandra auch schon wieder zurück nach Bogotá geflogen.
Ich bin noch in Cartagena geblieben und habe mich nach dem Workshop mit der belgischen Praktikantin Lise getroffen, die zu der gleichen Zeit an der Karibikküste Urlaub machte, weil sie ihr Praktikum schon beendet hat. Mit ihr habe ich dann noch 4 Tage an der Küste verbracht, was wirklich schön war.
Wir sind von Cartagena aus 4 Stunden mit dem Bus zu einem Nationalpark gefahren (Tayrona), in dem es die schönsten Strände gibt.
Da der Nationalpark Naturschutzgebiet ist, kann man nicht mit dem Auto zu den Unterkünften fahren, sondern man muss stundenlang durch den Dschungel latschen, bis man dann iiiirgendwann an der Küste rauskommt. Mit Rucksack auf dem Rücken sind wir also bei gefühlten 120 Grad 2 Stunden durch den Dschungel gelaufen. Der Weg war eigentlich super schön, aber wie gesagt: Bei der Hitze und mit Gepäck, das man schleppen muss, konnte ich diese Wanderung nicht wirklich genießen. 
Aber die Pflanzen und die Tiere, die wir gesehen haben, waren trotzdem eindrucksvoll. Keine Ahnung, was das alles für Viecher waren. 

Hitzeeeeeeeee!!!
 Als wir endlich am Strand rauskamen, mussten wir noch ein Stück durch den Sand laufen, um an der ersten Unterkunft anzukommen und da dachte ich wirklich, dass meine Füße in Flammen aufgehen! Mein Gott war der Sand heiß! Wenn ich stehengeblieben wäre, hätte ich mir mit Sicherheit Brandblasen geholt. Das meine ich ernst. Ich hab vor Schmerzen fast heulen müssen, weil mir ständig Sand in die Sandalen gerieselt ist und der war so unglaublich heiß......unfassbar!
Jedenfalls kamen wir dann völlig fertig an einer der Unterkünfte an, von denen es nicht besonders viele im Park gibt.
Leider nutzen die Leute, die im Park Unterkünfte anbieten, es schamlos aus, dass es nurwenig Konkurrenz gibt und dementsprechend sind die Preise für die Übernachtungen Wucher! Natürlich kann man auch in Hängematten schlafen, dann zahlt man weniger, aber ich HASSE es in Hängematten zu schlafen, besonders, wenn 30 cm zu meiner Linken und zur Rechten irgendwelche Fremden in den Hängematten baumeln. Also haben wir beschlosssen ein bisschen mehr zu zahlen und dafür in einem kleinen Haus zu wohnen, wo nur ein Bett drin stand, wir aber unser eigenes Bad hatten. Ich glaube - und ich kann sagen, dass ich schon in vielen schäbigen Zimmern geschlafen habe - dass dieses definitiv eines der ekligsten und gruseligsten Zimmer war, in dennen ich je gewohnt habe. 


Die erste Barracke links war unsere!
Der Standort war perfekt.....eine riesengroße Wiese mit Palmen drauf, die direkt an den Strand grenzte und hinter der Wiese begann der Dschungel. Unser Haus stand direkt an den Bäumen zum Dschungel und weil es ja immer so heiß ist, gibt es keine Fenster, sondern die Häuser haben zum Teil nur halbhohe Wände und der Rest ist einfach offen und mit einem Moskitonetz bespannt. Diese Netze machen natürlich nur Sinn, wenn sie keine Löcher haben, was man von unserem nicht behaupten konnte.

Man beachte die Moskitonetzkonstruktion. Schön oder?
 





Dementsprechend viele krabbelnde Mitbewohner hatten wir, was die Übernachtung nicht besonders entspannend machte. Das Gute war, dass Lise, die Belgierin der größte Angsthase der Welt ist und ich sie ständig beruhigen musste, weil sie so Angst vor den ganzen Insekten hatte. Und das ganze beruhigende Gequatsche hab ich mir am Ende selber abgekauft und fand es dann gar nicht mehr so schlimm, dass im Bad ein handtellergroßes Insekt saß, dass auch springen konnte. Und da ich ja keine Panik auslösen wollte, habe ich mir auch den Schrei unterdrückt, den ich wirklich gerne losgelassen hätte, als am Morgen in der Dusche 3 Krebse saßen, mit denen ich nicht wirklich gerechnet hatte hehe.
Wenigstens hatten wir zusätzlich noch ein Moskitonetz überm Bett.
Ich hab mich totgelacht, als Lise in der ersten Nacht mit ihrer Wanderlampe, die man sich als Stirnband um den Kopf schnallt, neben mir im Bett lag und stundenlang völlig panisch das Zimmer observierte. Nach 2 oder 3 Stunden hat sie sich dann endlich getraut die Lampe auszumachen.und wir konnten schlafen.

Dafür waren die Strände umso schöner! Man konnte von einem Strand durch den Dschungel zum nächsten laufen und alle Strände sind unterschiedlich. 

 
Kann man doch ganz schön finden.....

 
Der Beweis: Ich war da!! :)
Nach 3 Tagen im Horrorhaus haben wir uns dann 2 Pferde gemietet und sind durch den Dschungel zurückgeritten, weil wir beide keine Lust mehr hatten zu laufen.
Vom Nationalpark sind wir zurück nach Cartagena gefahren, von wo aus Lise dann einen Tag früher als ich zurück nach Bogotá geflogen ist und ich noch einen Tag an einem weiteren wuuuunderschönen Strand verbracht habe. Und da habe ich es dann auch endlich geschafft mir einen Sonnenbrand zu holen, nachdem ich es 3 Tage lang vermieden hatte.
Abends flog ich dann auch zurück nach Bogotá, neben mir im Flugzeug saß eine Frau mit Flugangst, die permanent am Beten war, dass wir nicht abstürtzen. Sehr entspannend!
Als ich dann spätabends in Bogotá aus dem Flieger stieg und es kalt war, hätte ich gerne einen Freudenschrei losgelassen, was ich natürlich nicht gemacht habe hehe. Ich bin einfach nicht geschaffen für Hitze!
Naja und am nächsten Tag ging es gleich wieder im Büro weiter. Lise ist schon zurück nach Belgien geflogen, also bin ich jetzt wieder die einzige ausländische Praktikantin.
Aber es läuft alles sehr gut und wenn ich Glück habe kann ich in den letzten Wochen noch an einem Projekt mitarbeiten, das ich noch nicht so ganz verstanden habe haha. Wenn ich dann mal weiß, worum es genau geht, schreibe ich euch. 
So, dieses Mal weniger Text, dafür mehr Fotos.

Besitos

Keine Kommentare: