Dienstag, 26. Februar 2013

Post 3 Kolumbien

Ich habe Internet! Zu Hause!! Freude!
Ich bin also tatsächlich in Bogotá angekommen! Hat dann doch alles gut geklappt und ich wurde am Flughafen abgeholt. Wenn ich Glück habe, bekomme ich von Delta Airlines eine Entschädigung überwiesen und das kann richtig viel Kohle werden. Dafür hänge ich gerne 6 Stunden am Flughafen rum und schlafe auch gerne in schönen Hotels.
Ich wohne im Apartment einer Frau, deren Tochter ich in Deutschland über Bekannte kennengelernt habe.....verständlich? ;)
Sie heißt Nelly und ist sehr nett. Die Wohnung ist super schön! Sie liegt ganz zentral und in der Nähe von der Organisation, in der ich arbeiten werde, was bei der Größe der Stadt wirklich gut ist!
Es gibt einen windeltragenden alten Hund, der sich aber nicht für mich interessiert. Er heißt Verdi. Ich dachte erst an die Gewerkschaft, aber er ist wohl nach Giuseppe Verdi benannt hehe. Wäre ja auch etwas seltsam, seinen kolumbianischen Hund nach einer deutschen Gewerkschaft zu benennen.
So, aber jetzt zur Stadt: Ich habe zwar noch nicht viel gesehen, aber mein erster Eindruck ist ......irgendwie .....gut. Also ich hatte ehrlich gesagt was Schlimmeres erwartet. Ich bin zu Fuß zu einer der großen Universitäten gelaufen, wo ich nach Aushängen von Wg-Zimmern suchen wollte.
Dafür musste ich an einer der Hauptverkehrsstraßen entlanglaufen.....naja, ich hätte auch anders laufen können, aber bei meinem eher unterentwickelten Orientierungssinn wollte ich nichts riskieren.
Jedenfalls ist der Stadtteil wo ich wohne (Chapinero) und der Teil vom Zentrum, den ich gesehen habe wirklich schön! Es gibt viele schöne alte Häuser, was ich nicht erwartet hatte und vor allem sind die Häuser nicht so abgesichert wie in Guatemala. Hier gibt es zwar auch Zäune und Tore, aber im Vergleich zu Guatemala, sind die Häuser nicht so sehr verbarrikadiert mit Mauern und Stahltoren. Alles ist offener und wirkt irgendwie freundlicher.
Und ich muss sagen, dass ich mich zu keinem Zeitpunkt unsicher gefühlt habe. Das war eigentlich eine meiner Befürchtungen, weil ich genau das in der Hauptstadt in Guatemala wirklich anstrengend fand (aber nur in der Hauptstadt!) Ging mir hier Gott sei Dank überhaupt nicht so und auch Nelly und ihr Neffe, der mich vom Flughafen abgeholt hat, meinten, dass ihnen noch nie irgendetwas passiert sei und die Stadt lange nicht mehr so gefährlich sei, wie sie es mal war. Darüber bin ich wirklich froh, weil ich keine Lust habe, 5 Monate völlig paranoid durch  die Gegend zu rennen ;)
Außerdem gibts Grünzeug und Blumen, was auch nett ist. Irgendwie alles sehr gepflegt.
Und was wirklich gut für mich ist: Das Straßensystem ist total einfach und logisch durchnummeriert, was es leicht macht, sich zu orientieren.
An der Uni hatte ich leider kein Glück. Anscheinend hängt man hier keine Zettel auf, wenn man ein Zimmer zu vergeben hat. Zufälligerweise habe ich ein deutsches Sprachinstitut gefunden, wo ich dann einen Deutschen gefragt habe, wie ich ein WG- Zimmer finden kann. Er hat mir die kolumbianische Version von "Wg-gesucht" empfohlen und da habe ich jetzt schon eine WG angeschrieben. Mal schauen, was draus wird. Es ist zwar wirklich schön hier bei Nelly, aber ich würde schon ganz gerne Leute in meinem Alter kennenlernen. Außerdem vermisse ich jetzt schon meine Wg....da muss Ersatz her ;)
Anschließend war ich einkaufen und ich muss sagen, dass es hier echt teuer ist!
Das Klopapier war im Angebot für 7 Euro die Packung???!!! Und Süßstoff kann ich mir schon gar nicht nicht leisten ;) Lebensmittel sind generell nicht gerade günstig.
Ich denke, ich muss mich auf jeden Fall nach einem anderen Supermarkt umschauen! Das war wohl der "mittelteure". Naja, ich wollte ja sowieso abnehmen haha!
Dann habe ich noch in einem Fitnesscenter nach Yogakursen gefragt, aber das ist auch zu teuer. Da muss ich mich auch nochmal umschauen.

Es ist zwar vielleicht noch ein bisschen früh, aber ich glaube, dass ich mich hier wohlfühlen werde.
Außerdem denke ich, dass man hier wirklich so einiges machen kann. Es wimmelt nur so von Studenten und ich habe schon schöne kleine Bars und Restaurantes gesehen. Ich hoffe auf eine gute WG und 5 unterhaltsame Monate, neben der Arbeit natürlich! ;)
Das Wetter ist übrigens perfekt. Sonne, aber nicht so heiß! Und noch eine Info zur Zeitverschiebung: Ihr seid mir 6 Stunden voraus.
Morgen und Donnerstag habe ich noch frei und werde mal versuchen, das Bussystem zu verstehen. Es gibt einige große Parks mit Seen, zu denen ich fahren möchte.
Am Freitag habe ich dann meinen ersten "Arbeitstag", was gut ist, weil ich mich dann 2 Tage danach am Wochenende davon erholen kann hehe.
Also, ich bin nach dem ersten Tag entspannt und denke, dass mich die Stadt gut behandeln wird!
Besitos












Sonntag, 24. Februar 2013

Metaphysik und Biomechanik

Toll, ich bin noch nicht mal angekommen und hab trotzdem schon was zu erzaehlen!
Ich nutze die Gelegenheit und nutze schnell das Internet im Hotel in Atlanta, wo ich eigentlich gar nicht sein sollte.
Ich war heute auch schon in New York, wo ich sowieso GAR nicht haette sein sollen :)
Ich weiss auch bis jetzt nicht, wieso wir ueberhaupt einen ungeplanten Zwischenstop dort eingelegt haben. Scheint aber auch unwichtig zu sein.
Jedenfalls habe ich meinen Anschlussflug hier in Atlanta verpasst und schlafe dafuer jetzt in einem riesigen Luxuszimmer, in dem ich bis morgen bleibe. Und morgen frueh werde ich meinen geschenkten 50 Dollar Voucher fuer ein gepflegtes Fruehstueck auf den Kopf hauen! Naja....vielleicht nicht komplett :)
Morgen Abend komme ich dann mit einem Tag Verspaetung in Bogota an......wenn das Flugzeug nicht wieder 6 Stunden lang repariert werden muss.
Jedenfalls hatte ich schon waehrend des gesamten Hinflugs das Vergnuegen, den Geschichten eines unterhaltsamen Amis zu lauschen, der in Deutschland war, um sich der biomechanischen Forschung von Fuessen und Turnschuhen (?) zu widmen und mir aus seinen spirituellen Buechern ueber metaphysische Kraefte vorgelesen hat. Die Deutschen sind wohl die Biomechanikgoetter....meinte er.
Irgendwie scheine ich so Leute immer anzuziehen.
Naja, so ging die Zeit wenigstens rum!
Soviel aus Atlanta. Ich melde mich, wenn ich dann hoffentlich in Bogota bin und Internet habe.
Hasta pronto!

Mittwoch, 20. Februar 2013

Post 1 Kolumbien


Falls du meinen Blog gesucht hast: 
Hier bist du richtig!:)
 
Die nächsten 5 Monate werde ich mich bemühen, so oft wie möglich über mein hoffentlich unterhaltsames Leben in Bogotá zu berichten.
Die alten Blogeinträge sind noch von meinem Aufenthalt in Mittelamerika 2008-2010 und jetzt führe ich den Blog einfach weiter.
Am 24. Februar gehts los und sobald ich die Möglichkeit habe, melde ich mich über den Blog.
Wer die Beiträge gleich hier kommentieren möchte, muss angemeldet sein.
Für alle anderen: Ich freue mich über persönliche Mails oder Nachrichten auf Facebook, die ich natürlich auch beantworte....vielleicht dauert es etwas länger, aber ich antworte!

Also dann.....man liest sich ;)

Sonntag, 4. April 2010

Für alle, die es noch nicht mitbekommen haben.....Ich bin wieder da!

Damit beende ich meine Blogeinträge zunächst einmal.
Ich habe schon viel gutes Feedback bekommen und freue mich, dass ihr meinen Blog verfolgt habt.
Sollte ich noch einmal irgendwohin verschwinden sage ich vorher Bescheid und schreibe weiter hehe.
Ich hoffe, dass ich all die, die ich noch nicht gesehen habe dieses Jahr noch treffen kann.

Adios amigos ;)

Mittwoch, 3. März 2010

Aktiver Vulkan auf der Insel Ometepe im See von Nicaragua



Getränk in Plastiktüte....guck mal Mama, es ist rosa!




Etwas das ich in Zentralamerika liebe: An fast jedem Stop steigen Leute mit extrem billigem guten Essen und Getränken ein. Um die Verpflegung muss man sich also keine Sorgen machen.




León in Nicaragua war revolutionäre Hochburg während der Revolution. Überall sind die Wände bemalt mit berühmten Kämpfern oder bedeutenden Daten der Revolution.




Lecker! Geraspeltes Eis ( gefrorenes Wasser), über das anschließend kondensierte Milch und Fruchtsirup geschüttet wird. Frühstück, Mittagessen und Abendessen. Typisch in Nicaragua.

Dienstag, 2. März 2010

Ok, ich bin schon wieder zurück in Guatemala aber werde noch von meiner Reise berichten.
Der letzte Stand war Matagalpa. Eine kleine Stadt im Hochland Nicaraguas, wo Kaffee angebaut wird.
Ich habe also eine Kaffeefinca besucht, die ursprünglich von deutschen Einwanderern gegründet wurde. Es war super interessant über den Anbau und die Produktion zu lernen. Das magische Wort ist "kompostieren" und wirklich ALLES...von menschlichen, bis tierischen und pflanzlichen Abfallprodukten wird in irgendeiner Form recycelt und wiederverwendet.
So habe ich zum Beispiel gelernt, wie aus menschlichen Ausscheidungsprodukten Gas zum Kochen hergestellt wird. Das riiiiiiiesige Gelände ist wie eine große Versuchsfabrik, wo mit Bakterien und natürlichen Gesteinen die verrücktesten Methoden ausprobiert werden.
Aber zuerst habe ich unfreiwillig eine kleine "Wandertour" gemacht, was mich schon total überanstrengt hat, da ich ja seit ungefähr anderthalb Jahren ja keinen Sport mehr getrieben habe. Der Weg im Wald war Gott sei Dank im Schatten, so dass ich überlebt habe. Leider habe ich keine Affen gesehen, die es angeblich geben soll. Ehrlich gesagt war icih erleichtert dass ich keine getroffen habe. Vielleicht hätten sie mich attackiert....naja, vielleicht auch nicht!
Und ich habe gesehen aus welchen Abfallprodukten Instantkaffee hergestellt wird. Nicht, dass ich viel Kaffee trinke, aber sollte ich mich dann doch dazu entscheiden wird es kein Instantkaffee sein. Pfui!
Bezüglich Nicaragua füge ich hinzu: Nicaragua....das Land der Männer, die sich die Fingernägel am Daumen langwachsen lassen...warum auch immer. Jemand hat mir erzählt, dass viele Männer die als Schreiner arbeiten die Fingernägel für die Arbeit nutzen...als Ritzwerkzeug sozusagen. Ich bin mir nicht sicher, ob ich das glauben soll!
Ich füge weiter hinzu: Nicaragua...das Land, in dem die Platanos (eine Art männliche Banane :)...muss man kochen oder fritieren) nicht längst, sondern in Scheiben geschnitten und zubereitet werden.
Außerdem hatte ich das Gefühl, dass Plastiktüten in Nicaragua noch beliebter sind als in allen anderen Ländern Zentralamerikas. Das Umweltbewusstsein hier ist so gut entwickelt wie das Abwassersystem...nämlich überhaupt nicht!
Überall stehen Verkäufer mit Getränkekisten herum...voll mit Glasflaschen. Da sollte man doch meinen das wäre umweltbewusst.
Aber natürlich kauft jeder ein Getränk zum Mitnehmen und weil man die Glasflaschen ja zurückbringen müsste und überhaupt das Glas ja recht schwer ist, wird das Getränk in eine Plastiktüte gefüllt, ein Plastikstrohhalm reingesteckt und fertig ist das Getränk zum Mitnehmen. Ach nein....Vorsichtshalber wird die Plastiktüte noch in eine andere Plastiktüte gesteckt, ist schließlich stabiler.
Und wer Wasser trinken will kauft es sich sowieso in Plastiktüten, das gibt es nämlich schon fertig abgepackt. Die Tüten schmeisst man ganz einfach aus dem Busfenster oder an den Straßenrand zu den anderen zweitausend Tüten, die schon dort liegen.
Ein anderer guter Ansatz ist, das Essen zum Mitnehmen in ein Bananenblatt zu wickeln. Die Idee wird aber auch zunichte gemacht, wenn das Bananenblatt dann auf einen Styroporteller und anschließend in eine PLASTIKTÜTE gesteckt wird. Natürlich darf das PLASTIKbesteck nicht fehlen!
Selbst wenn ich nur 2 klitzekleine Sachen in einem Geschäft kaufe, kommt eine klitzekleine Plastiktüte zum Vorschein und ehe ich es verhindern kann ist alles verpackt!
Im Bus koennte ich jedesmal aufschreien, wenn jemand ganz selbstverständlich das Fenster öffnet und seinen Müll rauswirft. Ist schon interessant wie unterschiedlich wir auf die Umwelt bezogen erzogen sind. Wenn ich wirklich versuchen würde jedesmal eine Predigt zu halten und die Leute daran zu hindern ihren Müll aus dem Fenster zu werfen wäre ich pausenlos beschäftigt und würde mich höchstwahrscheinlich extem unbeliebt machen.
Ich füge weiter hinzu: Nicaragua...das Land der Mandarinen. Die werden ÜBERALL verkauft.
Außerdem sagt man in Nicaragua nicht "Buenos días" wenn man sich auf der Strasse trifft...sondern "Adios". Was ich persönlich gewöhnungsbedürftig finde.
So, jedenfalls habe ich dann in Matagalpa den Kerl getroffen, mit dem ich schon in El Salvador im gleichen Hostal gewohnt habe. Wir haben dann noch gemeinsam die Stadt angesehen und ich bin kurz drauf weiter nach Granada gereist.
Granada ist schön, aber San Cristobal in Mexiko ist nicht zu toppen! Es war so unglaublich heiss, dass ich jede Minute die ich konnte vorm Ventilator im Hostal verbracht habe.
Die Häuser im Kolonialstil sind extrem schön, aber es gab nicht wirklich viel zu tun. Wobei ich auch gestehen muss, dass ich aufgrund der Hitze einige Sachen nicht gemacht habe, die vielleicht interessant gewesen wären.
Den gleichen Kerl aus El Salvador und Matagalpa nochmal zufällig in Granada getroffen. Zentralamerika ist so ´klein und alle reisen an die gleichen Orte!
Letztlich wurde ich krank, weil ich zu viel vorm Ventilator saß und bin mit einer extremen Erkältung auf die Insel Ometepe, die im See von Nicaragua liegt.
Mit einer Fähre aus Holz über den extrem welligen See. Ich konnte mir gut vorstellen, wie sich die Sklaven früher in den alten Holzschiffen gefühlt haben. Überfüllter Raum, vollgepackt mit Menschen und Tieren, ein Schiff, das bei jeder Welle knarzt und kracht als würde es gleich auseinanderfallen. Wenigstens musste ich nicht rudern!
Heil angekommen und das schönste Hostal gefunden!
Das Hostal ansich war eigentlich gar nicht sooo schön, aber die Lage und die Leute waren der Knaller!
3 kleine Häuser. Eins, in dem die Besitzer wohnen, eins aus Stein für die Gäste und eins aus Holz...auch für Gäste und billiger als das Steinhaus. Der Garten voll mit Bäumen und der Strand 20 m den Sandhügel hinunter. Da es ja eine Insel in einem See ist, ist das Wasser logischerweise Süßwasser und relativ sauber. Sandstrand für mich alleine....perfekt! Hab mir auch gleich mal wieder einen Sonnenbrand geholt. So fange ich meine Strandurlaube ja immer an.
Ich war jedenfalls extrem müde von der Reise und hatte glaube ich auch Fieber. Also erstmal nur geschlafen und in der Hängematte rumgegammelt. Die Besitzer waren 2 Schwestern in meinem Alter und es wohnte noch ein 18 jähriger Amerikaner dort, der als Voluntär die Garten und Reparaturarbeiten erledigte. Er ist Musiker und hat all seine INstrumente und Aufnahmegeräte mit auf die Insel gebracht.
Ich bin eine Woche dort geblieben und die letzten Tage durfte ich umsonst essen und schlafen, was echt super nett war.
Es gibt eine Quelle auf der Insel mit kristallklarem Gebirgswasser, die ich mit Jared, dem Ami, an einem Tag besuchte. Da wir nicht zurücklaufen wollten fragten wir einen Traktorfahrer, ob er uns mitnimmt, was auf der Insel normal ist, weil es kaum Busse gibt. Jared mit seiner Gitarre unterhielt dafür den Fahrer, der plötzlich Lust bekam auch mal zu spielen, das Lenkrad losließ und die Gitarre übernahm. Jared schnell das Lenkrad in die Hand und so fuhren wir, der Fahrer die Gitarre spielend und singend, Jared von der Seite aus lenkend und ich mich schlapp lachend auf dem blauen Traktor über die holprige kleine Straße auf der Insel. Definitiv eins der Highlights meiner Reise. Hätte uns ja gerne mal gesehen!
Später im Bus nochmal den Kerl aus El Salvador, Matagalpa und Granada getroffen!
Am nächsten Morgen im Bad bin ich dann meinem ersten Skorpion begegnet. Hätte ich auch drauf verzichten können! Und da wir ja in Zentralamerika sind kam Jared heldenhaft mit seiner Machete angerannt und hat ihn in 2 Stücke gehackt. Er würd es zwar nicht zugeben, aber er hatte echt Schiss hehe.
Schließlich habe ich noch das Heim von NPH, meiner Organisation, auf der Insel besucht. Es ist ganz anders als in Guatemala und hat weniger Kinder. Ich hätte nie ein Jahr in dieser Hitze arbeiten können! Aber es war ein schönes Gefühl mal wieder unter so vielen Kindern zu sein. Hab es ja fast schon ein bisschen vermisst!
Nach einer wunderschönen, extrem entspannenden Woche auf der Insel bin ich schließlich zurück nach León, von wo aus ein Bus direkt nach Guatemala fuhr.
Der Bus war voll mit Ex Drogenabhängigen, die zu irgendeiner kirchlichen Versammlung nach Guatemala fuhren. Die ganze Busfahrt über lief christliche Musik, die natürlich alle auswendig singen konnten, weil sie von einer kirchlichen Organisation kamen. Sehr unterhaltsame 20 stündige Fahrt! Tausend Polizeikontrollen mit Hunden und allem drum und dran!
Jetzt bin ich zurück in Antigua und habe ein kleines Zimmer im Zentrum. Ein Innenhof, Internet, eine Frau die putzt, Küche und Esszimmer! Perfekt!
Gleich gehe ich in die Tanzschule. Will noch schnell Salsa lernen, bevor ich zurückkomme.
Am 30. März habe ich meinen Rückflug. Bis dahin werde ich die Zeit in Antigua verbringen, mich von allen verabschieden, die ich letztes Jahr kennengelernt habe und eventuell noch eine Kampagne für ein Projekt starten, das ich über meine Arbeitskollegin bei NPH kennengelernt habe.
Also habe ich noch eine Menge zu tun.

Donnerstag, 11. Februar 2010

Ich bin in Nicaragua!
Mann, ich bin ganz schoen schnell. Das liegt daran, dass ich irgendwie von Anfang an am liebsten in Nicaragua sein wollte. Ich weiss zwar nicht warum...aber so war es eben. Und so bin ich von einem Staedtchen zum anderen gereist, was extrem stressig aber interessant war.
Wo fange ich denn an?
Also von Suchitoto aus habe ich das letzte Mal geschrieben.
Dort habe ich mir letztlich das Konzert von den zwei Deutschen angesehen und habe ganz nebenbei noch den deutschen Botschafter und seine Frau kennengelernt. Man ist ja schliesslich was Besonderes als Deutsche in El Salvador!
Am naechsten Morgen bin ich schnell weiter....Ich muss ehrlich sagen die Busverbindungen in El Salvador sind nicht besonders toll und ich musste einen riesigen Umweg mit dem Bus machen, um von Suchitoto ins im Osten gelegene Perquin zu gelangen.
Perquin ist ein klitzekleines Dorf in den Bergen, das aber als Geruillahochburg zur Zeit der Revolution galt. Es gibt ein Museum und einen einheimischen Guide, der ehemaliger Geruillakaempfer ist. Wurde uebrigens in Bonn operiert, nachdem er verwundet wurde.
Naja, jedenfalls hat er mir sehr eindrucksvoll erzaehlt, wie das GAnze Disastre abgelaufen ist und ich bin gut informiert wieder in meine Absteige zurueckgekehrt. Da es ja nur ein winziges Dorf ist, habe ich nur ein guenstiges Hostal gefunden, das aber echt grenzwertig war.
Ich wurde auch gleich wieder an Januar 2009 erinnert, als ich in San Pedro in meiner Gastfamilie ankam und meine Augen aufgrund von dreckigem Brunnenwasser und extrem verstaubten Bettdecken anschwollen und ich nicht aufhoeren konnte mich an allen Stellen meines Koerpers zu kratzen!
Ich hatte eigentlich geplant noch ein indigenes Dorf in der Naehe anzusehen, in dem ein Massenmord an der Gemeinde stattfand....das habe ich allerdings ausfallen lassen und bin so schnell wie moeglich aus dem "Hostal" geflohen!
Habe versucht innerhalb eines Tages von El Salvador nach Nicaragua zu kommen, was keine gute Idee war und ich am Ende des Tages kurz vor einem Nervenzusammenbruch stand.
Die Busse, die es angeblich geben sollte gab es natuerlich nicht und es gab auch keinen Geldautomaten, den ich dringend gebraucht haette. Das Gute hier in Zentralamerika ist, wenn man alleine als Frau und Touristin unterwegs ist hat man den Mitleidsbonus und fast alle haben mich umsonst mitfahren lassen. Gut, einmal musste ich nachtraeglich den Bus bezahlen. Aber sogar der Bus hat extra fuer mich an der Tanke angehalten, damit ich aussteigen und Geld holen konnte. Fanden die anderen Passagiere zwar nicht so lustig, aber das war mir egal! Ich brauchte GEld!!
So, jedenfalls musste ich ja von El SAlvador ueber Honduras, um nach Nicaragua zu kommen. Die Grenze von El Salvador nach Honduras ist belagert von respektlosen Machos, denen ich Einem nach dem Anderen eine haette scheuern koennen! Die hocken da, T-shirt bis zum Hals hochgezogen....ist ja schliesslich heiss, mit ihren dicken Baeuchen, wickeln irgendwelche illegalen Geschaefte ab und graben alles an, was ihnen ueber den Weg laeuft. Inklusive mir! Konnte mich aber beherrschen und nach 10 Heiratsantraegen und penedranten Anmachen fand ich schliesslich den einzigen Bus, der NICHT in die Richtung fuhr in die ich wollte. Aber das war mir in diesem Moment auch egal.
Spontane Reiseaenderung und ab nach León, eine kleine koloniale Stadt in der Naehe von der Pazifikkueste in Nicaragua. Nach scheinbar endloser Busfahrt in 50 verschiedenen Bussen kam ich dann schliesslich an und fand ein billiges Hostal mit lustigen Mitarbeitern. Gemeinschaftsraum mit ungefaehr 20 Betten, Badezimmer mit Wellblech im selben Raum abgegrenzt! Praktisch!
In León habe ich mir die verschiedenen Museen angesehen. Die groesste Kunstausstellung mit den Originalgemaelden der beruehmtesten Kuenstler aus Zentral- und Suedamerika ist in León und alleine das Gebaeude ist wunderschoen!
Nachdem ich bei unertraeglicher Hitze alle Kirchen abgeklappert hatte, dachte ich, dass ich mich ein wenig im Park entspannen kann. Aber irgendwie scheine ich immer die Bettler anzuziehen und so konnte ich mal wieder eine nette Unterhaltung mit einem Schuhputzer fuehren.
Etwas Typisches, was man hier in Nicaragua isst und was super lecker ist, nennt sich.....habs vergessen. Ist Eis...also gefrorenes Wasser, das von einem grossen Klotz abgeraspelt wird und danach wird ganz suesses Karamell und/oder Fruchtsirup von tropischen Fruechten druebergegossen. Gott, das ist so lecker! Hab ich heute zum Fruehstuck und Mittagessen gegessen! Sehr nahrhaft!
Heute morgen bin ich dann um 6 Uhr aufgestanden, um den Bus um 7:30 nicht zu verpassen, der schlussendlich um 10 Uhr losgefahren ist, weil wir warten mussten bis er voll war. Das war ein Spass. Also ging mein Plan NICHT in der Hitze unterwegs zu sein nicht auf und ich durfte 3 Stunden im Busbahnhof sitzen, bis es endlich losging. Musste einen Jungen noch in Tierliebe unterrichten, der seinen kleinen Hund im Bus im Rucksack transportierte und der Arme fast erstickte. Bin ja normalerweise nicht besonders tierlieb, aber wie die hier zum Teil mit den Tieren umgehen ist echt nicht mehr lustig! Naja, gleich mal wieder unbeliebt gemacht...auch egal!
Heute bin ich also in Matagalpa angekommen und es ist nicht heiss!!!!! Das ist das Beste an der Stadt! Aber eigentlich bin ich gekommen, um etwas ueber den Kaffeeanbau zu lernen. Hier im "Hochland" wird ganz viel Kaffee angebaut und man kann Fincas besuchen und lernen, wie Kaffe angebaut und produziert wird! Morgen mache ich also eine Tour und danach gehts weiter nach Granada, was glaube ich das Highlight der Reise wird!
Jetzt suche ich mir mal einen Hamburger....hab Hunger! Melde mich von Granada wieder!