Ich habe Sonnenbrand! Das ist natürlich schlecht für die
Haut, bedeutet aber, dass ich in der Sonne gelegen habe und gutes Wetter hatte!
;)
In Bogotá ist es eigentlich immer eher kühl. Und bewölkt.
Was ich gut finde, weil ich keine Hitze mag.
Aber letztes Wochenende war ich mit Nelly 3 Tage lang auf
einer Geburtstagsfeier in einem „Dorf“ außerhalb von Bogotá, wo es echt heiß
war! Tropisch! Und dabei sind wir nur 2 ½ Stunden gefahren. Naja, Bogotá liegt
ja auch sehr hoch.
Jeeeedenfalls sind wir um 6 Uhr morgens losgefahren, um
nicht in den Osterferienverkehr zu geraten, was nur mäßig funktioniert hat,
weil wir noch durch die halbe Stadt gefahren sind, um Familienmitglieder
aufzusammeln. Also standen wir um 8 Uhr morgens doch im Stau. Dabei fiel mir
auf, dass hier extrem viele Frauen Motorrad fahren. Überhaupt gibt es hier sehr
viele Motorradfahrer und ich will nicht wissen, wie viele davon sich hier jedes
Jahr totfahren. Die spinnen zum Teil echt! Ich kann ja verstehen, dass man
keine Lust hat, Ewigkeiten in diesem kranken Verkehr zu verbringen aber wie
sich hier manche Motorradfahrer durch den Verkehr schlängeln ist nicht mehr
lustig.
Naja, ich sitze ja eh meistens im Bus, wo ich auf jeden Fall die sicherere Position habe, weil
die Busfahrer nämlich immer einfach alle von der Spur schieben und sich so vordrängeln. Sehr praktisch!
Zurück zum Wochenende. Nach 2 ½ Stunden kamen wir also in
der Finca an, die die Cousinen (ich glaube, es waren die Cousinen) von Nelly
gemietet hatten.
Ich hatte ehrlich gesagt mit einem kleinen Ferienhaus und
10 Leuten gerechnet aber das war untertrieben. Ich war noch nie auf einer Finca
und war ganz schön beeindruckt, als uns der „Hausmeister“ das Tor zum Anwesen
öffnete. Es gab 2 große Häuser mit 6 Schlafzimmern, einen riesigen Pool mit
Jacuzzi, eine große Küche und ein offener Saal mit Palmendach und Bar. Dann
noch einen Billardtisch, Tischtennis und ein komisches Spiel, zu dem ich später
noch etwas schreiben werde. Das alles auf einem großen Gelände mit riesigem
Garten und Orangen- und Zitronenbäumen und das Beste: Papageien!! Einfach
so….im Baum im Garten! Schön!
Es kamen ungefähr 30 Personen (alles Familie), um den 50
Geburtstag von irgendeinem Cousin und den 90. Geburtstag von der Oma zu feiern.
Die Angestellten in der Finca kochten jeden Tag und so bestand das Wochenende
aus Essen und am Pool liegen! Kann ich mit leben!
Abends wurde dann gefeiert. Zu meiner großen Freude
feiert Nellys Familie gerne Mottoparties. An einem Abend war das Motto „Frau zu
Mann, Mann zu Frau“ und am nächsten Abend „traditionelle kolumbianische
Trachten“. Gott sei Dank hatte ich die Ausrede, dass ich von nichts wusste und
sowieso keine Verkleidung aus Deutschland mitgebracht habe. Ich HASSE
Kostümparties!
Obwohl die hier ganz lustig waren. Und da wir in
Südamerika sind, wird hier nicht nur herumgesessen und sich gepflegt
unterhalten, sondern zuerst präsentiert jeder tanzend sein Kostüm, danach wird
die Pinata von der Decke geschlagen, alle stürzen sich auf die Süßigkeiten, die
rausfallen und anschließend wird getanzt.
Gut, dass ich in
Guatemala Tanzstunden genommen habe. Ich muss zwar noch üben, aber Salsa tanzen
kann ich schon mehr oder weniger….wenn mich jemand gut führt.
Ich wollte noch etwas zu dem Spiel schreiben, das wohl
typisch in dieser Region ist. Ich bin mir sicher, dass dieses Spiel von Männern
für Männer erfunden wurde! Vorurteile hin oder her, aber das ist sowas von
gemacht für Männer! Und zwar schmeißt man aus einer Entfernung von ungefähr 7
Metern eine schwere Metallscheibe auf einen Holzkasten, der mit Matsch gefüllt
ist. Eher etwas festerer Matsch…..etwa so wie Lehm. Und in der Mitte vom
Holzkasten stecken im Matsch 4 rote Pfeile, die explodieren, wenn man sie mit
der Metallscheibe trifft. Dann gibt es einen riesigen Knall und alle grölen
laut rum. Das Team, das mehr Explosionen schafft gewinnt logischerweise. Den
getroffenen Pfeil tauscht man dann nach jeder Explosion aus, weil jeder Pfeil
nur einmal explodieren kann. Neben der
„Bahn“ gab es in diesem Fall einen riesigen Bambusstamm, in den Löcher gebohrt
wurden, um die Bierflaschen reinzustellen.
Mir kann kein Mann erzählen, dass er dabei keinen Spaß
hätte; Bier, Metall, Matsch, Explosionen….
Ich wollte auch mal werfen, konnte aber kaum die
Metallscheibe halten, weil sie so schwer war.
Im Pool mache ich mich sowieso besser hehe.
War ein schönes Wochenende und ich konnte ein paar Leute
kennenlernen. Mit einem der Enkel, der so alt ist wie ich, habe ich mich gut
verstanden und er will mir bald mal die Stadt zeigen und mich auch abends
mitnehmen. Alleine gehe ich hier nämlich nicht weg!
Das muss ich jetzt aber sowieso nicht mehr, weil ich ja
umgezogen bin! Seit ein paar Tagen wohne ich nicht mehr bei Nelly, sondern
zusammen mit Jorge, Marco und Oscar. Kolumbianer, Italiener und Spanier. Oscar,
der Spanier spricht sogar deutsch. Praktisch. Den sehe ich aber kaum, weil er so
lange arbeitet.
Die anderen beiden sind super lustig! Als ich mir das Haus
angeschaut habe, hat Jorge mir gar nicht den Proberaum gezeigt, den er und
Marco eingerichtet haben. Der ist voll mit Instrumenten. Jorge hatte mir zwar
erzählt, dass er und Marco Musik machen, aber ich wusste nicht, dass sie sooooo
viele Instrumente spielen und auch noch singen und ihre eigene Band haben.
Richtig gut! Ab nächster Woche kommen noch ein Schlagzeuger und ein Bassist
dazu.
Die machen irgendwie alles aber hauptsächlich Jazz mit
ganz unterschiedlichen Einflüssen. Alles sehr ….speziell….irgendwie hehe.
Macht Spaß! Ich war bis jetzt jeden Abend im Proberaum
mit dabei (ist ja gleich neben der Küche) und hab zugehört. An meinem zweiten
Abend war noch eine Freundin von Marco da, die super gut tanzen kann und mir
gezeigt hat wie man trommelt. Die haben so kleine Handtrommeln, die ich jetzt
lerne zu spielen, dann kann ich mitspielen und nicht nur zuhören. Und egaaaal
wie lange man Musik macht, kein Mensch beschwert sich! Nachbarn haben wir zwar,
aber die feiern anscheinend selber bis in die Puppen. Auch praktisch!
| Die Küche....pinker Kühlschrank!! Rechts geht raus in den Mini-Innenhof |
| Mini-Innenhof. Blick aus meinem Fenster. |
Jedenfalls fühle ich mich total wohl und die drei sind
super lieb. Jorge hat mir das komplette Viertel gezeigt, mich vorgestern zum Busbahnhof
begleitet und sich bis jetzt jeden Tag per SMS erkundigt wie es mir geht und
was ich mache. Ich bin also gut
untergebracht.
| Mein kleines Zimmer |
Ja und dann war ich die letzten 2 Tage in einer kleinen
kolonialen Stadt ungefähr 4 Stunden von Bogotá entfernt. Ich wollte die
Osterfeiertage noch ausnutzen, um die Gegend kennenzulernen, weil ich dann erst
mal nicht mehr so lange frei haben werde. Also bin ich mit dem Bus von
Donnerstag bis Samstag nach Villa de Leyva gefahren, wo es wiiiirklich schön
war!
Leider habe ich
die Feierwütigkeit der Katholiken an Ostern unterschätzt und als ich am
Donnerstag Abend dort ankam waren die Hostels total überfüllt und ich war kurz
vorm Verzweifeln. Die gepflasterten kleinen Straßen waren voller Menschen und
ich mit meinem riesigen Rucksack lief stundenlang herum, auf der Suche nach
einem Zimmer. Unmöglich! Gott sei Dank hatte die Touristennformation noch auf,
wo ich dann um Hilfe bat. Nach endlosem erfolglosen Herumtelefonieren hatte die
Mitarbeiterin der Touriinfo Mitleid mit mir und bat mir das Sofa in ihrem Haus
an. Das Angebot habe ich dann auch angenommen und letztendlich hat noch eine
Italienerin mit mir dort geschlafen. Ich im Bett vom 5-jährigen Sohn, der Gott
sei Dank nicht da war und die Italienerin auf dem Sofa. Schönes Haus. Leider
sehr alt und das Bad und die Küche lagen im Freien, so dass ich meinen
geliebten altbekannten Kakerlaken wiederbegegnete.
Hatte ich ja schließlich schon seit einer Weile nicht
mehr gesehen. Welche Freude. Aber ich muss wirklich sagen, dass man sich an den
Anblick gewöhnt. Wenn mir in Deutschland im Bad so ein riesiges Vieh begegnen
würde, würde ich wahrscheinlich ausflippen. Aber hier bin ich erstaunlicher
Weise sehr entspannt. Bleibt mir ja auch nichts anderes übrig.
Naja in der zweiten Nacht habe ich dann ein Zimmer in
einer schönen Unterkunft gefunden.
Ich hatte genug Zeit, um mir die kleine Stadt anzuschauen
und eine Wanderung zu machen. Ansonsten war es wirklich schön an dem großen
gepflasterten Platz zu sitzen und Leute zu beobachten. Leider ziehe ich immer
Menschen an, die meinen mir ein Gespräch reindrücken zu müssen. Ist bestimmt
nett gemeint, aber ich habe manchmal einfach keine Lust mich zu unterhalten,
was aber nie jemanden interessiert haha. Naja, so habe ich unfreiwillig eine
Menge Leute kennengelernt. Kann ja nicht schaden.
| Gepflasterter Platz in Villa de Leyva. Ist wohl einer der größten in Südamerika....Weil Ostern war und super viele Touristen unterwegs, war auch die Polizei präsent. Das sind die in gelb. |
Das Haus liegt näher an der Arbeitsstelle, als das von
Nelly und ich muss nur 10 Minuten laufen. Das ist gut, weil ich dann in der
Mittagspause auch mal nach Hause gehen kann.
So, das waren die News.
Besitos
1 Kommentar:
Hey meike, dir scheints ja wirklich gut zu gehen da unten :-D ich muss schon sagen dass ivh ziemlich bock bekomme zu verreisen wenn ich das so lese. Was erlebst du denn im Praktikum so? Das würde mich auch mal interessieren ;)
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