Sonntag, 31. März 2013

Post 7 Kolumbien


Ich habe Sonnenbrand! Das ist natürlich schlecht für die Haut, bedeutet aber, dass ich in der Sonne gelegen habe und gutes Wetter hatte! ;)

In Bogotá ist es eigentlich immer eher kühl. Und bewölkt. Was ich gut finde, weil ich keine Hitze mag.

Aber letztes Wochenende war ich mit Nelly 3 Tage lang auf einer Geburtstagsfeier in einem „Dorf“ außerhalb von Bogotá, wo es echt heiß war! Tropisch! Und dabei sind wir nur 2 ½ Stunden gefahren. Naja, Bogotá liegt ja auch sehr hoch.

Jeeeedenfalls sind wir um 6 Uhr morgens losgefahren, um nicht in den Osterferienverkehr zu geraten, was nur mäßig funktioniert hat, weil wir noch durch die halbe Stadt gefahren sind, um Familienmitglieder aufzusammeln. Also standen wir um 8 Uhr morgens doch im Stau. Dabei fiel mir auf, dass hier extrem viele Frauen Motorrad fahren. Überhaupt gibt es hier sehr viele Motorradfahrer und ich will nicht wissen, wie viele davon sich hier jedes Jahr totfahren. Die spinnen zum Teil echt! Ich kann ja verstehen, dass man keine Lust hat, Ewigkeiten in diesem kranken Verkehr zu verbringen aber wie sich hier manche Motorradfahrer durch den Verkehr schlängeln ist nicht mehr lustig.

Naja, ich sitze ja eh meistens im Bus, wo ich auf  jeden Fall die sicherere Position habe, weil die Busfahrer nämlich immer einfach alle von der Spur schieben  und sich so vordrängeln. Sehr praktisch!

Zurück zum Wochenende. Nach 2 ½ Stunden kamen wir also in der Finca an, die die Cousinen (ich glaube, es waren die Cousinen) von Nelly gemietet hatten.

Ich hatte ehrlich gesagt mit einem kleinen Ferienhaus und 10 Leuten gerechnet aber das war untertrieben. Ich war noch nie auf einer Finca und war ganz schön beeindruckt, als uns der „Hausmeister“ das Tor zum Anwesen öffnete. Es gab 2 große Häuser mit 6 Schlafzimmern, einen riesigen Pool mit Jacuzzi, eine große Küche und ein offener Saal mit Palmendach und Bar. Dann noch einen Billardtisch, Tischtennis und ein komisches Spiel, zu dem ich später noch etwas schreiben werde. Das alles auf einem großen Gelände mit riesigem Garten und Orangen- und Zitronenbäumen und das Beste: Papageien!! Einfach so….im Baum im Garten! Schön!





 






















Es kamen ungefähr 30 Personen (alles Familie), um den 50 Geburtstag von irgendeinem Cousin und den 90. Geburtstag von der Oma zu feiern. Die Angestellten in der Finca kochten jeden Tag und so bestand das Wochenende aus Essen und am Pool liegen! Kann ich mit leben!

Abends wurde dann gefeiert. Zu meiner großen Freude feiert Nellys Familie gerne Mottoparties. An einem Abend war das Motto „Frau zu Mann, Mann zu Frau“ und am nächsten Abend „traditionelle kolumbianische Trachten“. Gott sei Dank hatte ich die Ausrede, dass ich von nichts wusste und sowieso keine Verkleidung aus Deutschland mitgebracht habe. Ich HASSE Kostümparties!

Obwohl die hier ganz lustig waren. Und da wir in Südamerika sind, wird hier nicht nur herumgesessen und sich gepflegt unterhalten, sondern zuerst präsentiert jeder tanzend sein Kostüm, danach wird die Pinata von der Decke geschlagen, alle stürzen sich auf die Süßigkeiten, die rausfallen und anschließend wird getanzt.

 Gut, dass ich in Guatemala Tanzstunden genommen habe. Ich muss zwar noch üben, aber Salsa tanzen kann ich schon mehr oder weniger….wenn mich jemand gut führt.

Ich wollte noch etwas zu dem Spiel schreiben, das wohl typisch in dieser Region ist. Ich bin mir sicher, dass dieses Spiel von Männern für Männer erfunden wurde! Vorurteile hin oder her, aber das ist sowas von gemacht für Männer! Und zwar schmeißt man aus einer Entfernung von ungefähr 7 Metern eine schwere Metallscheibe auf einen Holzkasten, der mit Matsch gefüllt ist. Eher etwas festerer Matsch…..etwa so wie Lehm. Und in der Mitte vom Holzkasten stecken im Matsch 4 rote Pfeile, die explodieren, wenn man sie mit der Metallscheibe trifft. Dann gibt es einen riesigen Knall und alle grölen laut rum. Das Team, das mehr Explosionen schafft gewinnt logischerweise. Den getroffenen Pfeil tauscht man dann nach jeder Explosion aus, weil jeder Pfeil nur einmal explodieren kann.  Neben der „Bahn“ gab es in diesem Fall einen riesigen Bambusstamm, in den Löcher gebohrt wurden, um die Bierflaschen reinzustellen.

Mir kann kein Mann erzählen, dass er dabei keinen Spaß hätte; Bier, Metall, Matsch, Explosionen….

Ich wollte auch mal werfen, konnte aber kaum die Metallscheibe halten, weil sie so schwer war.

Im Pool mache ich mich sowieso besser hehe.

War ein schönes Wochenende und ich konnte ein paar Leute kennenlernen. Mit einem der Enkel, der so alt ist wie ich, habe ich mich gut verstanden und er will mir bald mal die Stadt zeigen und mich auch abends mitnehmen. Alleine gehe ich hier nämlich nicht weg!

Das muss ich jetzt aber sowieso nicht mehr, weil ich ja umgezogen bin! Seit ein paar Tagen wohne ich nicht mehr bei Nelly, sondern zusammen mit Jorge, Marco und Oscar. Kolumbianer, Italiener und Spanier. Oscar, der Spanier spricht sogar deutsch. Praktisch. Den sehe ich aber kaum, weil er so lange arbeitet.

Die anderen beiden sind super lustig! Als ich mir das Haus angeschaut habe, hat Jorge mir gar nicht den Proberaum gezeigt, den er und Marco eingerichtet haben. Der ist voll mit Instrumenten. Jorge hatte mir zwar erzählt, dass er und Marco Musik machen, aber ich wusste nicht, dass sie sooooo viele Instrumente spielen und auch noch singen und ihre eigene Band haben. Richtig gut! Ab nächster Woche kommen noch ein Schlagzeuger und ein Bassist dazu.

Die machen irgendwie alles aber hauptsächlich Jazz mit ganz unterschiedlichen Einflüssen. Alles sehr ….speziell….irgendwie hehe.

Macht Spaß! Ich war bis jetzt jeden Abend im Proberaum mit dabei (ist ja gleich neben der Küche) und hab zugehört. An meinem zweiten Abend war noch eine Freundin von Marco da, die super gut tanzen kann und mir gezeigt hat wie man trommelt. Die haben so kleine Handtrommeln, die ich jetzt lerne zu spielen, dann kann ich mitspielen und nicht nur zuhören. Und egaaaal wie lange man Musik macht, kein Mensch beschwert sich! Nachbarn haben wir zwar, aber die feiern anscheinend selber bis in die Puppen. Auch praktisch!

Die Küche....pinker Kühlschrank!! Rechts geht raus in den Mini-Innenhof


Mini-Innenhof. Blick aus meinem Fenster.
 Jedenfalls fühle ich mich total wohl und die drei sind super lieb. Jorge hat mir das komplette Viertel gezeigt, mich vorgestern zum Busbahnhof begleitet und sich bis jetzt jeden Tag per SMS erkundigt wie es mir geht und was ich mache. Ich  bin also gut untergebracht.


Mein kleines Zimmer


Ja und dann war ich die letzten 2 Tage in einer kleinen kolonialen Stadt ungefähr 4 Stunden von Bogotá entfernt. Ich wollte die Osterfeiertage noch ausnutzen, um die Gegend kennenzulernen, weil ich dann erst mal nicht mehr so lange frei haben werde. Also bin ich mit dem Bus von Donnerstag bis Samstag nach Villa de Leyva gefahren, wo es wiiiirklich schön war!

 Leider habe ich die Feierwütigkeit der Katholiken an Ostern unterschätzt und als ich am Donnerstag Abend dort ankam waren die Hostels total überfüllt und ich war kurz vorm Verzweifeln. Die gepflasterten kleinen Straßen waren voller Menschen und ich mit meinem riesigen Rucksack lief stundenlang herum, auf der Suche nach einem Zimmer. Unmöglich! Gott sei Dank hatte die Touristennformation noch auf, wo ich dann um Hilfe bat. Nach endlosem erfolglosen Herumtelefonieren hatte die Mitarbeiterin der Touriinfo Mitleid mit mir und bat mir das Sofa in ihrem Haus an. Das Angebot habe ich dann auch angenommen und letztendlich hat noch eine Italienerin mit mir dort geschlafen. Ich im Bett vom 5-jährigen Sohn, der Gott sei Dank nicht da war und die Italienerin auf dem Sofa. Schönes Haus. Leider sehr alt und das Bad und die Küche lagen im Freien, so dass ich meinen geliebten altbekannten Kakerlaken wiederbegegnete.

Hatte ich ja schließlich schon seit einer Weile nicht mehr gesehen. Welche Freude. Aber ich muss wirklich sagen, dass man sich an den Anblick gewöhnt. Wenn mir in Deutschland im Bad so ein riesiges Vieh begegnen würde, würde ich wahrscheinlich ausflippen. Aber hier bin ich erstaunlicher Weise sehr entspannt. Bleibt mir ja auch nichts anderes übrig.

Naja in der zweiten Nacht habe ich dann ein Zimmer in einer schönen Unterkunft gefunden.

Ich hatte genug Zeit, um mir die kleine Stadt anzuschauen und eine Wanderung zu machen. Ansonsten war es wirklich schön an dem großen gepflasterten Platz zu sitzen und Leute zu beobachten. Leider ziehe ich immer Menschen an, die meinen mir ein Gespräch reindrücken zu müssen. Ist bestimmt nett gemeint, aber ich habe manchmal einfach keine Lust mich zu unterhalten, was aber nie jemanden interessiert haha. Naja, so habe ich unfreiwillig eine Menge Leute kennengelernt. Kann ja nicht schaden.
 
Gepflasterter Platz in Villa de Leyva. Ist wohl einer der größten in Südamerika....Weil Ostern war und super viele Touristen unterwegs, war auch die Polizei präsent. Das sind die in gelb.


Jetzt bin ich wieder im Haus in Bogotá und morgen beginnt eine neue Arbeitswoche.
Das Haus liegt näher an der Arbeitsstelle, als das von Nelly und ich muss nur 10 Minuten laufen. Das ist gut, weil ich dann in der Mittagspause auch mal nach Hause gehen kann.

So, das waren die News.

Besitos

1 Kommentar:

Maximus hat gesagt…

Hey meike, dir scheints ja wirklich gut zu gehen da unten :-D ich muss schon sagen dass ivh ziemlich bock bekomme zu verreisen wenn ich das so lese. Was erlebst du denn im Praktikum so? Das würde mich auch mal interessieren ;)