Schon eine Woche gearbeitet! Ich fürchte, ich bin nicht mehr daran gewöhnt regelmäßig früh aufzustehen und bis 17 Uhr zu arbeiten. Wenn der Wecker klingelt, fühlt es sich im Moment noch so an, als wäre ich gerade erst eingeschlafen. Tja, das ist dann wohl das WIRKLICHE Leben.
Egal! Das Wichtigste ist, dass ich gerne aufstehe und das tue ich! Das kann sich natürlich ändern, aber diese Woche war super gut!
Wie ich ja schon geschrieben habe, ist die Organisation größer, als ich es erwartet hatte und alles ist super professionell organisiert. Nochmal kurz für die, die es noch nicht mitbekommen haben: „Plan“ ist eine international vertretene Nichtregierungsorganisation und hier in Kolumbien liegt der Fokus auf der Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und ihren Familien, die aufgrund des bewaffneten Konfliktes vertrieben wurden. Die zweite Zielgruppe sind Afrokolumbianer/innen, die hauptsächlich an der Karibikküste leben, die genau wie die vertriebenen Familien zu der ärmsten und am benachteiligsten Bevölkerungsgruppe zählen. Besonderer Schwerpunkt ist die Arbeit mit Mädchen und Frauen, die wegen ihres Geschlechtes in mehrfacher Hinsicht diskriminiert werden. So, das muss reichen. Wen es interessiert, der kann ja googeln.
Es gibt mehrere Abteilungen und jede ist für irgendetwas anderes zuständig, aber trotzdem arbeiten irgendwie alle zusammen. Das habe ich noch nicht ganz durchschaut. In der Abteilung, in der ich arbeite, sitzen noch 8 andere Personen, die aber eigentlich nie alle gleichzeitig da sind, weil ständig irgendeine Versammlung stattfindet. Die Leute sind alle super nett zu mir und zum Teil wirklich lustig. Und das Beste ist, dass der Typ, der neben mir sitzt sogar deutsch spricht. Ist aber Kolumbianer. Wir unterhalten uns aber trotzdem auf Spanisch….der Höflichkeit halber.
Es gibt mehrere Abteilungen und jede ist für irgendetwas anderes zuständig, aber trotzdem arbeiten irgendwie alle zusammen. Das habe ich noch nicht ganz durchschaut. In der Abteilung, in der ich arbeite, sitzen noch 8 andere Personen, die aber eigentlich nie alle gleichzeitig da sind, weil ständig irgendeine Versammlung stattfindet. Die Leute sind alle super nett zu mir und zum Teil wirklich lustig. Und das Beste ist, dass der Typ, der neben mir sitzt sogar deutsch spricht. Ist aber Kolumbianer. Wir unterhalten uns aber trotzdem auf Spanisch….der Höflichkeit halber.
Mein Spanisch hält sich noch in Grenzen. Ich verstehe zwar alles und kann mich auch unterhalten, aber es nervt mich natürlich, dass ich mich nicht so ausdrücken kann, wie ich es gerne möchte und mit (noch) stockendem Spanisch klingt alles natürlich nur halb so klug hehe.
Jeeeeeedenfalls werde ich in den nächsten Monaten an 2 großen Projekten mitarbeiten. Das eine ist die Erstellung einer Datenbank, in der ALLE bisher gesammelten Informationsmaterialien über die Arbeit von Plan gesammelt und veröffentlicht werden sollen. Wie schön, dass ich von Datenverarbeitung keinen blassen Schimmer habe. Gott sei Dank hilft mir einer aus der Kommunikationsabteilung, was gut ist, weil er so alt ist wie ich und ich so auch Leute aus den anderen Abteilungen kennenlerne.
Jeeeeeedenfalls werde ich in den nächsten Monaten an 2 großen Projekten mitarbeiten. Das eine ist die Erstellung einer Datenbank, in der ALLE bisher gesammelten Informationsmaterialien über die Arbeit von Plan gesammelt und veröffentlicht werden sollen. Wie schön, dass ich von Datenverarbeitung keinen blassen Schimmer habe. Gott sei Dank hilft mir einer aus der Kommunikationsabteilung, was gut ist, weil er so alt ist wie ich und ich so auch Leute aus den anderen Abteilungen kennenlerne.
Das zweite ist ein Projekt, was glaube ich richtig gut wird. Und zwar hat hier in Kolumbien das Puppentheater eine lange Tradition (Marionetten). Und es gibt zwei Brüder, die Puppenspieler und hier in Kolumbien super bekannt sind. Die arbeiten schon eeeeewig im Theater und haben mehrere Stücke geschrieben und gespielt. Jetzt haben sie für „Plan“ ein Theaterstück geschrieben, dass die Themen „Familiäre Gewalt“, „Alkoholmissbrauch“, „Gewalt in Schulen“ und „Diskriminierung“ aufgreift und überall im Land aufgeführt werden soll, wo „Plan“ präsent ist und wo genau diese Probleme besonders häufig sind. Heute habe ich das Skript gelesen! Von wegen Kasperltheater.
Da fragt kein blöder Clown ins Publikum, ob schon alle da sind, um dann Bonbons durch den Raum zu werfen. Nix! Hier unterhalten sich die Puppenkinder darüber, wie sich ihre Eltern betrunken vermöbeln oder die Puppeneltern über den Tod ihrer Kinder, die an Unterernährung gestorben sind. Dürfte interessant werden! An der Umsetzung des Projektes werde ich jedenfalls beteiligt sein, was viel Arbeit bedeutet, aber bestimmt Spaß macht.
Einen der beiden Puppenspieler habe ich schon kennengelernt und wir haben uns gleich gut verstanden. Er hat mich zu einem ihrer Stücke eingeladen, was am Sonntag gespielt wird. Das ist aber nicht das, was sie für „Plan“ geschrieben haben. Ich freue mich schon, weil ich noch nie im Puppentheater war und vielleicht lerne ich ja ein paar nette Leute vom Theater kennnen.
Einen der beiden Puppenspieler habe ich schon kennengelernt und wir haben uns gleich gut verstanden. Er hat mich zu einem ihrer Stücke eingeladen, was am Sonntag gespielt wird. Das ist aber nicht das, was sie für „Plan“ geschrieben haben. Ich freue mich schon, weil ich noch nie im Puppentheater war und vielleicht lerne ich ja ein paar nette Leute vom Theater kennnen.
Außer den zwei Projekten, werde ich wohl die Gelegenheit haben, entweder mit dem Sozialarbeiter oder dem Anthropologen durchs Land zu reisen und bei der Evaluation von Projekten zu helfen. Das dauert aber wohl noch etwas.
Soviel zu meinen Aufgaben.
Ansonsten geht es hier wirklich entspannt zu. Alles, worauf ich achten muss ist, dass mir keiner mein Zeug klaut. Es ist NICHT so, dass an jeder Ecke jemand darauf wartet mich auszurauben, aber da die Organisation in einem Viertel liegt, das fast nur aus Büros und Banken besteht, gibt es dementsprechend viele Menschen mit Geld und den ein oder anderen Taschendieb.
Ansonsten geht es hier wirklich entspannt zu. Alles, worauf ich achten muss ist, dass mir keiner mein Zeug klaut. Es ist NICHT so, dass an jeder Ecke jemand darauf wartet mich auszurauben, aber da die Organisation in einem Viertel liegt, das fast nur aus Büros und Banken besteht, gibt es dementsprechend viele Menschen mit Geld und den ein oder anderen Taschendieb.
Von „Plan“ habe ich eine Sicherheitseinweisung erhalten, wo ich über die verschiedenen bewaffneten Gruppen in den Konfliktzonen aufgeklärt wurde. Außerdem wurden darin die möglichen „Unsicherheiten“ aufgezählt. Eine davon fand ich schön beschrieben: „Vehicle theft“ (Total or parts) hehe.
Übersetzung für Oma und Opa: „Autodiebstahl (Komplettes Auto oder Autoteile).
Außerdem soll ich nicht mit Fremden auf der Straße sprechen, was ich versuche zu beachten. Gestern hat mich aber zum Beispiel ein alter, verschrumpelter blinder Mann angequatscht und natürlich bin ich stehengeblieben und habe Antwort gegeben. Aber leider muss ich zugeben, dass ich durch die ganzen Warnungen, die mir alle gegeben haben, doch leicht paranoid bin und gleich vermutet habe, dass er bestimmt gar nicht blind ist und gleich sein Komplize aus irgendeiner Ecke springt, um mich zu überfallen. Das ist natürlich nicht passiert, ich habe ihm gesagt in welcher Straße er sich gerade befindet und bin schnell weitergegangen. Vorsichtig muss man schon sein, aber zu misstrauisch will ich nicht werden!
Nun zu meinen Lungen: Sie scheinen sich an den Smog gewöhnt zu haben!! Ich muss kaum noch husten! Dafür durfte ich gestern irgendein Gas einatmen, was aus selbstgebastelten Bomben bis zu uns ins Büro zog. Klingt schlimmer als es war. In der Mittagspause lag ich im Park in der Sonne, als irgendwo in der Nähe Explosionen zu hören waren. Da aber alle entspannt liegen blieben, konnte es nichts Schlimmes sein. Später kam heraus, dass an der öffentlichen pädagogischen Universität demonstriert wurde und hier ist es wohl üblich bei Demonstrationen ein paar selbstgebastelte Bomben zu werfen. Die werden jetzt nicht unbedingt auf Menschen geworfen, es geht eher um die Aufmerksamkeit, die sie erzeugen. Waren schließlich ganz schön laut! Und das Gas soll wohl die Polizisten fern halten. Die sind nämlich massenhaft an uns vorbei zur Universität gefahren.
Nun zu meinen Lungen: Sie scheinen sich an den Smog gewöhnt zu haben!! Ich muss kaum noch husten! Dafür durfte ich gestern irgendein Gas einatmen, was aus selbstgebastelten Bomben bis zu uns ins Büro zog. Klingt schlimmer als es war. In der Mittagspause lag ich im Park in der Sonne, als irgendwo in der Nähe Explosionen zu hören waren. Da aber alle entspannt liegen blieben, konnte es nichts Schlimmes sein. Später kam heraus, dass an der öffentlichen pädagogischen Universität demonstriert wurde und hier ist es wohl üblich bei Demonstrationen ein paar selbstgebastelte Bomben zu werfen. Die werden jetzt nicht unbedingt auf Menschen geworfen, es geht eher um die Aufmerksamkeit, die sie erzeugen. Waren schließlich ganz schön laut! Und das Gas soll wohl die Polizisten fern halten. Die sind nämlich massenhaft an uns vorbei zur Universität gefahren.
Da das Ganze nur einen Block entfernt ist und nicht gerade wenige Bömbchen eingesetzt wurden, mussten wir die Fenster und Türen schließen, um nicht zu viel einzuatmen. Ich sollte mir das mit dem Mundschutz doch noch mal überlegen :) Also es war wirklich unspektakulär und meine Kollegen meinten, dass das hier dazu gehört und wegen jedem Mist demonstriert wird. Vielleicht hätten wir bei unserer Demo gegen Studiengebühren in Ludwigsburg auch mal ein paar Bomben werfen sollen. Dann wäre die Entscheidung vielleicht schneller gefallen hehe.
So, hier kurz mein Ausblick aus meinem Fenster:
So, hier kurz mein Ausblick aus meinem Fenster:
| Safety first!! |
Zur
Zimmersuche: Ich habe mir noch 2 Zimmer angeschaut. Einmal hätte ich mit
zwanzigjährigen bunt angepinselten Hiphop-Barbies zusammenwohnen können und das
andere Mal war die Wohnung viiiiiiiiiiiiiiel zu weit von der Arbeit entfernt. Nächste
Chance ist Samstag: Ein Haus mit Amerikaner, Franzose und Kolumbianerin….klingt
gut….das taten die anderen Wohnungen aber auch. Wir werden sehen.
Heute Abend
gehe ich auf ein Konzert anlässlich des "Internationalen
Fraeuentages"....für die, die nicht mitbekommen haben, dass der heute ist.
Ich habe also
bisher nichts gefunden, was mich ernsthaft stört und dementsprechend geht’s mir
sehr gut.
| | ||||||||||||||||||
| Naaaa, wem kommen die bekannt vor??! Bornich is in the house!! Im Supermarkt habe ich außerdem ein Deutschlandregal gefunden.....da ist aber nur Wurst und Fleisch drin?! |
5 Kommentare:
Hallo Meike,
so ein paar Bömbchen sind natürlich wirklich kein Problem, dann schon eher das viele Obst. Da habe ich doch glatt Angst um Dich, dass Du Dich vergiftest.
Ich merke schon, Dir geht es gut und es ist im Grunde nicht viel anders als seinerzeit in Guatemala. Bleib locker und habe Spaß (auch am frühen Aufstehen).
Herzliche Grüße
zu dem Foto "Safety first": das könnte auch Italien sein.. ;)
Und die Würstchen gelten hier auch als deutsche Spezialität!
hm...Würstchen?!? (doch, stimmt, wenn man die italienischen (oder französischen) probiert, dann weiß man, warum :))
Aaaaalles Gute zum Geburtstag nochmal zu gestern!! :) :)
ja gerold, du hast den ernst der lage erkannt! das obst könnte mir zum verhängis werden ;)
und danke cordiiiii :*
die würstchen hier schmecken übrigens auch scheiße ;) ich will nicht wissen, was die da alles reinpacken.dann doch lieber obst.
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