Dienstag, 12. Mai 2009

Vacaciones

Bin wieder da! Die Zeit ging wie immer viel zu schnell vorbei und mit ihr mein Urlaub. Ich war also 10 Tage weg und jetzt, wo ich wieder da bin, fuehlt es sich so an, als wäre ich nie weg gewesen.
Vorletzte Woche Mittwoch bin ich mit Sabrina, der Kunsttherapeutin aus Deutschland und Steffi, einer anderen Voluntärin zuerst mit dem Bus in die Hauptstadt und von da aus Richtung Norden zum Rio Dulce. Wir sind super lange gefahren und kamen erst so gegen 9 Uhr am Fluss an. Während der Fahrt wurden wir mal wieder von Predigern, Obstverkäufern und anderen nervigen Menschen begleitet, die ihren Schund loswerden wollten. Und jedesmal, wenn der Bus in einem Ort anhielt, versammelten sich mindestens 10 schreiende Verkäufer um den Bus herum, um Mango und irgendwelche Kuchen zu verkaufen. Ist praktisch, man muss gar nicht aussteigen, weil entweder kann man direkt am Busfenster etwas kaufen, oder die Verkäufer kommen alle rein und bieten ihre Sachen an. Es gibt sogar Cheeseburger und Cd's. Jedenfalls, als wir nach 9 Stunden Fahrt im klimatisierten Bus abends am Fluss ausstiegen, durften wir feststellen, dass sich das Klima in Richtung Küste doch von dem hier "unten" unterscheidet. Nämlich ungefähr 10 Grad heisser. Immerhin hatten wir 9 Uhr abends und es war so ekelhaft schwül und mit den riesigen Backpackerrucksäcken hat es sich wie 20 Grad heisser angefühlt.
Jedenfalls haben wir dann am Fluss im Hotel angerufen, dass auf einer Miniinsel im Fluss liegt und nur mit dem Boot zu erreichen ist. Der Bootsservice hat uns dann abgeholt und wir sind über den dunklen Fluss zum Hotel gefahren, was unheimlich war, weil man nur erahnen konnte, was sich um uns herum befindet und man konnte die Tiere an den Ufern hören, aber nicht sehen.
Das Hotel besteht aus kleinen Holzbungalows, die über Stege zu erreichen sind und alles ist umgeben von Wasser und großen alten Bäumen und Palmen und tropischen Pflanzen, die ich noch nie gesehen habe. Wir hatten also ein kleines Haus für uns, das keine Fensterscheiben hatte, sondern nur Fliegengitter. Man braucht aber auch keine Scheiben weil es so unglaublich schwül ist. Außerdem hatte jeder ein Fliegennetz überm Bett, worüber ich froh war, nachdem ich die riesigen Spinnen an der Decke entdeckt hatte. Draußen bin ich dann auch noch meinem ersten Skorpien begegnet. Und auf der Toilette gabs nen Frosch und eine kleine Echse. Selten so vielen Tieren in so kurzer Zeit begegnet! Die Nacht war HEISS!!
Am nächsten Tag mussten wir aber schon wieder weiter den Fluss hoch mit dem Boot bis Livingston, was an der Küste von Guatemala zum karibischen Meer hin liegt. Die Fahrt war super schön. Guatemala ist im Norden viel grüner, tropischer und karibischer als in der Mitte des Landes. Das Boot hielt an einigen Stationen, z.B. an heissen Quellen, die wirklich so heiss waren, dass man kaum seine Füsse reinhalten konnte, an einer Vogelinsel mit schönen großen Vögeln, deren Name ich leider schon wieder vergessen habe, an einer alten Burg und einer kleinen Lagune, die mit Seerosen übersät war. Bis wir schließlich in Livingston ankamen,einem kleinen karibischen Städtchen von dem ich gehört hatte, dass man es entweder hassen oder lieben muss. Ich mochte es, aber ich hasse diese Hitze! Unglaublich! Jedenfalls leben an der karibischen Küste von Guatemala, Belize und Honduras viele Schwarze, die sich Garifunas nennen. Ehemalige Sklaven, die sich dort angesiedelt haben...wen es interessiert kann die Geschichte ja googeln. Als das Boot angelegt hatte, scharrten sich sofort die Lokalen ums Boot herum, um uns in irgendwelche Hotels zu verfrachten. Wir haben uns dann zur Migracion bringen lassen, um unser Visum verlängern zu lassen. Eigentlich muss man dafür das Land verlassen, aber wenn man genug Geld in den Pass legt und ihn über den Tresen schiebt, bekommt man den Stempel auch so.
Das ist praktisch, so haben wir uns nämlich die super teure Fahrt nach Belize gespart, wohin wir eigentlich hätten ausreisen müssen.
Bei ekelhafter Hitze ein schönes Hotelzimmer gefunden (mit Ventilator!!!!) und anschließend das Städtchen angesehen, was total klein ist und sich extrem vom Rest des Landes unterscheidet. Ganz viele verschiedene Kulturen und Religionen und auch die Häuser sind ganz anders.
Am nächsten Tag haben wir eine Tour mit einem lokalen Einwohner gemacht, der typischer nicht sein konnte. Schwarz, Rastas (für Oma und Opa: Rastas sind ganz viele kleine geflochtene Zöpfe), Jamaica-Strickmütze, Schweissband mit Hanfblatt drauf und natürlich gaaaaaanz lässiger Gang! Aber die Tour war super interessant und HEISS!!! Durch die Hinterhöfe von Livingston, durch den Dschungel, wo wir Krabben sehen konnten, Termitenhügel und schöne Pflanzen. Im Dschungel ein Kanu genommen und damit über einen kleinen Fluss bis zum Meer. Am weissen Sandstrand schwimmen gegangen und anschließend zu den 7 Altaren gewandert. Das sind 7 mit Wasser gefüllte Steinbecken im Dschungel, die treppenartig übereinanderliegen. In der Regenzeit, wenn es richtig stark regnet, fließt das Wasser von den oberen in die unteren Becken, was wohl sehr schön ist. Bei uns war zwar Wasser drin, aber es floss nicht. Wir waren aber auch da schwimmen. Kam mir irendwie unrealistisch vor, als ich so mitten im Dschungel in einem Wasserloch am planschen war. Egal, hauptsache kühl!
Ich Blödmann hatte natürlich für meinen Karibikurlaub meinen Bikini vergessen und habe vergeblich in Livingston nach einem gesucht, aber entweder muss man magersüchtig oder farbenblind sein, wenn man einen Bikini finden will, der halbwegs passt und nicht extrem hässlich ist! Hab dann in Honduras einen gefunden.
Von Livingston aus, bin ich mit Sabrina und 2 anderen Voluntären weitergereist, die wir noch in Livingston getroffen haben. Das war extrem anstrengend, weil wir zuerst wieder mit dem Boot und danach mit einem Taxi zur Grenze gurken mussten. Der Taxifahrer hat uns dann an der Grenze rausgeschmissen und uns versichert, dass jede halbe Stunde ein Bus kommt, mit dem wir weiterfahren können. Nach einer Stunde war immernoch keiner da aber wir haben nette Honduraner gefunden, die uns hinten auf ihrem Pickup bis zur nächsten Busstation mitgenommen haben. Dann gings fast 6 Stunden mit dem Bus weiter, was extrem anstrengend war, weil ich fast geschmolzen wäre und wir umsteigen mussten und die Fahrt länger dauerte, als wir dachten.
Aber mein Eindruck von Honduras ist, dass es um einiges fortschrittlicher und vor allem sauberer als Guatemala ist. Ich meine, ich habe zwar nur einen Teil im Norden gesehen, aber die sind eindeutig schon weiter als hier.
So, wir kamen dann in La Ceiba in Honduras an, was an der Küste liegt. Ein Hotel gefunden (mit Ventilator!!!!) und am nächsten Morgen los, um ein Ticket fürs Schiff auf eine der Inseln zu kaufen, die vor der Honduranischen Küste im karibischen Meer liegen.
Als wir zurück ins Hotel kamen war mein Rucksack durchwühlt und mein Geld und Handy geklaut. Freude! Nein, es gab keinen Safe und ich habe meine Sachen nicht mitgenommen, weil die Stadt bekannt dafür ist, dass auf der Strasse viel geklaut wird. Daraus schlussfolgere ich, dass es sicherer ist, die Sachen im Hotelzimmer zu lassen, was aber offensichtlich auch keine gute Idee war.
Also liebe Leute, ich habe kein Handy mehr. Werde mir wahrscheinlich auch keins mehr kaufen. Keine Lust, mir nochmal eins klauen zu lassen.
Jedenfalls sind Sabrina und ich dann alleine weitergereist und mit dem Schiff auf die Insel Utilla gefahren, die vor Honduras liegt. Schon auf dem Schiff wimmelte es von gutaussehenden schlanken braungebrannten Touristen und auf Utilla scheinen sich alle zu versammeln. Utilla ist eine Taucherinsel, was wir nicht wussten. Das heisst, wir hatten wirklich Probleme ein Hotelzimmer zu finden, weil die meisten Hotels gleichzeitig Tauchschulen sind, die natürlich lieber Zimmer an Taucher vermieten, die dann Kurse bezahlen. Als wir uns als Nicht-Taucher outeten, haben wir tatsächlich in mehreren Hotels kein Zimmer bekommen.
Die Insel ansich ist sehr schön. Relativ klein, kristallklares Wasser und hübsche kleine karibische Häuser. Aber laut und stressig, weil alle mit stinkenden, nervigen Mofas rumrattern und man muss aufpassen, dass man nicht über den Haufen gefahren wird. Nach einer Stunde Hotelsuche fanden wir ein Hotel von......einer Frau aus Bayern. Sah auch alles ganz nett aus und wir hatten sogar ein privates Bad, was in Mittelamerika wohl nicht wirklich üblich ist. Als wir allerdings vom Essen zurück ins Hotelzimmer kamen und ich etwas aus meiner Kosmetiktasche suchte, die ich auf dem Bett liegen lassen hatte, krabbelten mir ungefähr 5 Kakerlaken entgegen und verschwanden in alle Richtungen unters Bett. Unterm Rucksack und dem Kopfkissen kamen auch nochmal so 10 Stück rausgekrabbelt, woraufhin ich beschloss, dass ich in dem Bett nicht schlafen möchte. Wir hatten so 11 Uhr und ich ging runter zur Frau aus Bayern, um mich zu beschweren. Und dann regt die sich doch tatsächlich auf, dass ich sie um 11 Uhr wecke und dass sie das gar nicht glauben könnte. Das kann sie ja wohl jemand anderem erzählen. Dann kam sie aber doch mit, mit ihrem lokalen Mann im Schlepptau, der halbherzig mit Anti-Insektenspray ein bisschen im Zimmer rumsprühte. Ich hab dann auf ein neues Zimmer bestanden, was wir auch bekommen haben. Ich konnte aber trotzdem nicht gut schlafen und wir mussten mit Licht schlafen, weil ich leicht paranoid war und ständig das Gefühl hatte, irgendetwas krabbelt auf mir rum. Die Nacht war also nicht sehr erholsam. Überhaupt war die Insel eher stressig und am nächsten Tag haben wir in der Touristeninformation ein Hotel gefunden, das auf einer Miniinsel 20 Minuten von Utilla im Meer liegt. Da sind wir dann mit dem Boot hingefahren und haben 3 Tage in dem wunderschönen Hotel direkt am kristallklaren Wasser gewohnt. Mit sauberem, schönen Zimmer und keinem einzigen Fahrzeug auf der ganzen Insel. Von einem Ende ans andere der Insel waren es ungefähr 10 Minuten Fussweg auf der einzigen Strasse die es gab, vorbei an wunderschönen Häusern und kleinen Geschäften, die erstaunlich viel anzubieten hatten. Da die Insel irgendwann mal zu Großbritanien gehörte, sprechen die Leute Spanisch und Englisch und wir wurden ganz oft auf Englisch angesprochen, was ich komisch fand.
Jedenfalls hatten wir einen eigenen Steg ins Wasser und jeder Tag bestand aus schlafen, sonnen, schwimmen, essen, schlafen, sonnen schwimmen, essen! Herrlich! Beim Schnorcheln hab ich ganz viele superschöne Fische gesehen und dafür, dass ich höchstens 50 m vom Steg entfernt war, hab ich ganz schön viele unterschiedliche gesehen.
Nach den 3 Tagen mussten wir schon wieder zurück. Die Rückfahrt mit dem Schiff war der Horror, weil es windig war ohne Ende und der Katamaran wurde bestimmt 10 m hoch hin und hergeschaukelt. Gut, dass vorher Tüten verteilt wurden, weil doch ein paar Leute seekrank wurden. Mir wurde auch schlecht, aber ich hab mich hingelegt und dann gings. Am Ende gabs dann noch ein Nahtoderlebnis inklusive, weil es plötzlich einen Knall gab und das Schiff nicht weiterfahren konnte, was bei 10 m hohen Wellen eher schlecht ist. Die riesigen Wellen haben dann das Boot überspült und sind gegen die Scheiben gekracht, was nicht besonders beruhigend war. Gott sei Dank konnten wir weiterfahren, aber bei der Einfahrt in den Hafen gabs nochmal Probleme, weil die Wellen uns fast gegen die Steinmauern gespült hätten. Nochmal Panik an Bord aber nach einer Extrarunde haben wir es dann endlich geschafft. Also Honduras hat mir wirklich kein Glück gebracht.
Die Rückfahrt dauerte den ganzen Tag, ohne Klimaanlage und Stunden im Stau....ganz großer Spaß! Am Samstag abend kamen wir dann wenig erholt wieder in NPH an.
Am Sonntag mussten wir arbeiten, weil Kirmes war, die immer von den Voluntären organisiert wird. War aber schön, weil die Kinder, die ich in der Therapie habe, waren voll süß und haben sich gefreut dass ich wieder da bin.
Jetzt hat die Regenzeit begonnen und fast jeden Nachmittag regnet es in Strömen. Ich hab mich noch nicht an den Gedanken gewöhnt und vergesse jeden Morgen meine Regenjacke mitzunehmen. Wenn ich heim komme bin ich klatsch nass, obwohl ich nur 3 min gehen muss. Aber ist mal was Anderes.
So, ich hoffe, ihr seid alle bis zum Schluss gekommen und habt euch nicht gelangweilt. Ich melde mich wieder wenns Neuigkeiten gibt.

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Hallo Meike, zunächst mal eine Antwort auf den letzten Satz: Von wegen " ... gelangweilt ..."; wen Dein Bericht langweilt, gehört ja wohl nicht hierher.
Ich habe gerade mal nachgedacht, Du bist ja nun schon fast ein halbes Jahr weg von Bornich. Was Du schon alles erlebt hast, und dazu gehören am anderen Ende der Welt wohl auch unschöne Dinge wie Hitze und Kakerlaken und Diebstähle, werden die meisten von uns eifrigen Lesern nie mehr erleben können. Die vielen schönen Eindrücke scheinen aber immer die nicht so tollen Erlebnisse deutlich in den Hintergrund zu drängen. Allerdings ist es völlig in Ordnung, dass Du uns all diese Dinge schilderst, selbst wenn unser Vorstellungsvermögen kaum ausreicht, dies alles nachzuvollziehen.
Gegen Deinen Urlaub waren die Urlaube Deiner Eltern und unser Urlaub in Tirol wenig spektakulär. Elisabeth erzählt zwar jetzt, ich hätte sie bei extremer Hitze jeden Tag auf irgend einen Berg gescheucht, aber sie war durchaus einverstanden und hinterher auch zufrieden und ist nur einmal erschöpft in den Graben gesunken (ich habe sie fotografiert, hihi). Wir haben uns gut erholt und müssen nun morgen auch wieder in den alten Trott. Den 60. Geburtstag Deines Vaters haben wir ordentlich gefeiert; ich glaube, es war so gegen halb fünf in der Frühe, als der harte Kern den Pfaffenthalsweg 14 verlassen hat.
So meine liebe Meike, lass Dich nicht von den großen und kleinen Tierchen auffressen, pass auf die bösen Buben auf und berichte wieder, auch weniger Spektakuläres ist willkommen bei Deiner Fangemeinde.