Zehn Uhr abends…ich habe Zeit! Hätte nicht gedacht, dass es so viel zu tun und vorzubereiten und organisieren gibt. Ich arbeite von 8 bis in der Klinik und die Zeit danach hab ich meistens auch irgendwas zu tun. Gott sei Dank haben wir hier Waschmaschinen und Trockner und müssen nicht, wie die Kinder hier im Heim unsere Wäsche mit der Hand waschen. Ich habs nur einmal machen müssen und weiß die Waschmaschine jetzt umso mehr zu schätzen. Muss man sich mal vorstellen. Hier gibt es in jedem Dorf und in auch in den Städten überall öffentliche Plätze, auf denen die Wäsche gewaschen wird. Meistens sind das dann 20 bis 30 große Steinbecken unter einem Dach, wo man sich trifft und wäscht. Aber wir haben wie gesagt ein paar Maschinen hinter einem von den Häusern stehen. Die meisten Teile werde ich nach dem Jahr aber wahrscheinlich wegwerfen können. Es gibt nämlich nur kaltes Wasser und irgendwie hab ich immer das Gefühl, dass die Sachen nicht unbedingt sauberer sind, wenn ich sie aus der Maschine hole. Außerdem wird hier nicht gebügelt, was mir eigentlich ganz gelegen kommt, weil ich nicht wirklich bügeln kann, aber auf der anderen Seite sehen die Sachen auch dementsprechend aus. Interessiert aber eh keinen!
Meine Arbeit läuft eigentlich ganz gut, bis auf die Tatsache, dass ich im Moment nicht wirklich in Arbeitsstimmung bin. Die Motivation fehlt! Aber so geht es zur Zeit mehreren und wir versuchen uns gegenseitig zu motivieren. Heute habe ich mit der Kunsttherapeutin, die auch aus Deutschland kommt ein Projekt mit einer Gruppe von 6 verhaltensauffälligen Kindern angefangen. Einer ist zwischendurch aus dem Fenster gesprungen (kein Selbstmord…ist nur 1 m), der andere hing ständig an meinem Hals, während der nächste versucht hat meine Kamera zu klauen. Horror! Aber das kriegen wir schon hin!
Ich hab ja die Wochenenden, um mich zu erholen. Bis auf das eine Mal, als wir in Monterrico am Strand waren, sind Jenny und ich eigentlich immer nach Antigua gefahren. Es gibt ein Cafe, in dem man umsonst Filme sehen kann, die bei uns im Kino laufen…mit Sofas und leckerem Essen. Gefällt mir.
Ich bin immer ganz froh, wenn ich rauskomme. Bin noch nicht ganz daran gewöhnt, dass hier alles geschlossen ist. Das Gelände vom Heim ist mit Stacheldraht abgeriegelt und wir können nur durch einen Eingang bzw. Ausgang rein und raus, der von zwei Sicherheitsbeamten mit Waffen bewacht wird. Wir bringen ihnen immer Cola mit, weil die Armen immer für uns aufstehen müssen, wenn wir aus Antigua kommen.
Da sind wir letzten Samstag in eine Drogenrazzia geraten und ich muss sagen….mit der Polizei will ich hier nicht aneinandergeraten. Als sie ihre Gas”bomben” ausgepackt haben, sind wir gegangen. Das war auf einer von den Afterparties, die wohl bekannt dafür sind, dass mit Drogen gedealt wird.
Ansonsten hab ich persönlich hier noch keine Erfahrungen mit Überfällen oder irgendwelchen Kriminellen gemacht. Was auffällt ist, dass die meisten Geschäfte von Sicherheitsleuten bewacht werden….aber ansonsten…Trotzdem würde ich hier nachts nicht alleine rausgehen. Wurde uns auch von abgeraten.
Ansonsten habe ich mich fast an alles gewöhnt: Ganz besonders liebe ich die tausend Treppenstufen, die ich jeden Morgen hochsteigen muss, weil ich natürlich im untersten Voluntärhaus wohne! Andere Dinge, an die ich mich gewöhnt habe:
Abgewaschen wird draußen hinterm Haus, wo wir ein großes Waschbecken haben, Wasser wird aus riesigen 10 l Kanistern getrunken, man wird von allen abgeknutscht, egal ob man sich kennt oder nicht, gegessen wird aus Plastiktellern, meine Zimmernachbarin, die schnarcht, Meetings, die Stuuuuuunden dauern, Essen mit vielen Knochen drin, die einzige Weiße im Bus zu sein, Milch, die entweder in Pulverform oder in Tüten verkauft wird, Geschäfte, die jeden Tag bis 11 Uhr nachts geöffnet sind, Mangos mit Chili und Zitronensaft zu essen…..reicht erstmal, nächstes Mal mehr.
Meine Arbeit läuft eigentlich ganz gut, bis auf die Tatsache, dass ich im Moment nicht wirklich in Arbeitsstimmung bin. Die Motivation fehlt! Aber so geht es zur Zeit mehreren und wir versuchen uns gegenseitig zu motivieren. Heute habe ich mit der Kunsttherapeutin, die auch aus Deutschland kommt ein Projekt mit einer Gruppe von 6 verhaltensauffälligen Kindern angefangen. Einer ist zwischendurch aus dem Fenster gesprungen (kein Selbstmord…ist nur 1 m), der andere hing ständig an meinem Hals, während der nächste versucht hat meine Kamera zu klauen. Horror! Aber das kriegen wir schon hin!
Ich hab ja die Wochenenden, um mich zu erholen. Bis auf das eine Mal, als wir in Monterrico am Strand waren, sind Jenny und ich eigentlich immer nach Antigua gefahren. Es gibt ein Cafe, in dem man umsonst Filme sehen kann, die bei uns im Kino laufen…mit Sofas und leckerem Essen. Gefällt mir.
Ich bin immer ganz froh, wenn ich rauskomme. Bin noch nicht ganz daran gewöhnt, dass hier alles geschlossen ist. Das Gelände vom Heim ist mit Stacheldraht abgeriegelt und wir können nur durch einen Eingang bzw. Ausgang rein und raus, der von zwei Sicherheitsbeamten mit Waffen bewacht wird. Wir bringen ihnen immer Cola mit, weil die Armen immer für uns aufstehen müssen, wenn wir aus Antigua kommen.
Da sind wir letzten Samstag in eine Drogenrazzia geraten und ich muss sagen….mit der Polizei will ich hier nicht aneinandergeraten. Als sie ihre Gas”bomben” ausgepackt haben, sind wir gegangen. Das war auf einer von den Afterparties, die wohl bekannt dafür sind, dass mit Drogen gedealt wird.
Ansonsten hab ich persönlich hier noch keine Erfahrungen mit Überfällen oder irgendwelchen Kriminellen gemacht. Was auffällt ist, dass die meisten Geschäfte von Sicherheitsleuten bewacht werden….aber ansonsten…Trotzdem würde ich hier nachts nicht alleine rausgehen. Wurde uns auch von abgeraten.
Ansonsten habe ich mich fast an alles gewöhnt: Ganz besonders liebe ich die tausend Treppenstufen, die ich jeden Morgen hochsteigen muss, weil ich natürlich im untersten Voluntärhaus wohne! Andere Dinge, an die ich mich gewöhnt habe:
Abgewaschen wird draußen hinterm Haus, wo wir ein großes Waschbecken haben, Wasser wird aus riesigen 10 l Kanistern getrunken, man wird von allen abgeknutscht, egal ob man sich kennt oder nicht, gegessen wird aus Plastiktellern, meine Zimmernachbarin, die schnarcht, Meetings, die Stuuuuuunden dauern, Essen mit vielen Knochen drin, die einzige Weiße im Bus zu sein, Milch, die entweder in Pulverform oder in Tüten verkauft wird, Geschäfte, die jeden Tag bis 11 Uhr nachts geöffnet sind, Mangos mit Chili und Zitronensaft zu essen…..reicht erstmal, nächstes Mal mehr.
2 Kommentare:
luIch drueck dich und sende dir viel Kraft und Waerme, dass du die Zeit da auch gut ueberstehst! Bis ganz bald!
Hallo Meike,ich könnte jetzt auch beginnen mit: " Zehn Uhr abends ... ich habe Zeit!" Aber es ist erst viertel nach acht, ... nur Zeit habe ich, weil ich in Nürnberg in einem Hotel in meinem Zimmer sitze.
Das Wäschewaschen mit der Hand kennt hier zulande warscheinlich nur noch die Altersgruppe Deiner Oma, ach Moment, ich kann mich dunkel erinnern - ich muss so fünf gewesen sein, es gibt da nämlich ein Bild vor dem Elternhaus meiner Mutter - da wurde mit der großen Waschbütte im Hof Wäsche per Hand gewaschen. Ja, in Deutschland hat jeder Haushalt seine Waschmaschine.
Wie ist denn das mit der Waschmaschine bei Euch, die muss doch eine Heizung haben, um das kalte Wasser auf die richtige Temperatur zu bringen. Scheinbar würde ich dort dringend oder gar nicht gebraucht, wenn keiner bügelt.
Wieso fehlt die Motivation zum Arbeiten? Ihr habt wohl eher Urlaubsstimmung. Die Wochenenden scheinst Du aber sehr zu genießen.
Scheinbar haben die Menschen dort ein völlig anderes Unrechtsbewusstsein, wenn alles bewacht werden muss. Aber daran gewöhnt man sich wohl. Ich habe eine Kollegin, die in mehreren Staaten Afrikas gelebt und gearbeitet hat. Sie hat erzählt, dass sie feudal gewohnt haben, jede Menge Personal angestellt hatten aber auch Sicherheitskräfte, da hin und wider mal auf Haus und Hof geschossen worden sei.
Wie Du schreibst, hast Du Dich schon an vieles gewöhnt ... könnte ich vielleicht auch, aber die Treppenstufen???
Machs gut bis zum nächsten mal. Dein Onki.
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