Samstag, 25. April 2009

Maedels aus meiner Sektion. Das Bild spricht fuer sich!









In der Semana Santa (heilige Woche) haben die Kinder
alfombras (Teppiche) aus gefaerbtem Saegemehl und
anderen Materialien gelegt. Spaeter in der Prozession laufen
dann alle drueber und sie werden zerstoert.





Jedes mal, wenn ein Maedel aus meiner Sektion
Geburtstag hat, backe ich einen Kuchen mit
ihr in unserem Haus und anschliessend essen
wir ihn mit den anderen in der Sektion.
Dieses Mal war es ein Schokokuchen, wie man sieht.



Freitag, 3. April 2009

Letzte Woche war ich in der Hauptstadt. Jenny und ich mußten auf die Migracion, um unser Visum zu verlängern. Wir konnten mit einer Mitarbeiterin von NPH im Auto mitfahren. Sie hat dann während der Fahrt einen Anruf bekommen, dass vor einigen Stunden ein Busfahrer in der Stadt erschossen wurde, aber der Zweck des Anrufs war eher, sie vor dem Verkehr zu warnen, der deswegen entstanden war.
Sie war auch nicht besonders beeindruckt und Jenny und ich mußten mal wieder feststellen, dass sich unser Alltag doch von dem in Guatemala unterscheidet. An jeder Ampel in der Stadt wurde die Türsicherung eingeschaltet, was mich dann doch ein bisschen eingeschüchtert hat. Jedenfalls hat sie uns dann bei der Mirgracion rausgeworfen und wir konnten unseren Kram erledigen. Danach wollten wir eigentlich mit dem Bus zum Hauptbusbahnhof fahren, um von dort nach Antigua zurückzufahrenn, haben uns dann aber doch für ein Taxi entschieden.
Der Taxifahrer hat uns dann erzählt, dass jeden Tag Busfahrer erschossen werden und es in letzter Zeit häufiger vorkäme. Und während wir uns so über Kriminalität und Morde unterhalten fahren wir an einem anderen Bus vorbei, der am Strassenrand steht und von ganz vielen Leuten und Polizisten umzingelt wird. Noch ein Busfahrer, der erschossen wurde. Und ich dumme Kuh schau auch noch hin. Gott sei Dank war der tote Fahrer nicht mehr im Bus und ich hab nur noch seine Jacke gesehen, die über der Lehne vom Fahrersitz hing. An der Bushaltestelle sind wir dann so schnell wie möglich in den nächsten Bus nach Antigua gesprungen und raus aus der Stadt. Wir hatten zwar auch schon vorher gewußt, dass es gefährlich ist, aber wenn man mittendrin ist, merkt man erst, was das eigentlich bedeutet und es gibt einem kein gutes Gefühl. Es geht immer um Geld. Ich hab gehört, dass die Polizei wohl verstärkt Leute aus den kriminellen Banden verhaften lässt und diese mit mehr Überfällen und Gewalt antworten (siehe erschossene Busfahrer).
Jedenfalls sind wir gut in Antigua und anschließend im Heim angekommen. Hier haben jetzt alle Angst in die Stadt zu fahren und erst recht nicht mit dem Bus. Kann ich auf der einen Seite verstehen, auf der anderen Seite finde ich es übertrieben. Dann dürfte man sich gar nicht mehr vom Gelände trauen. In Parramos, in dem Dorf, wo unser Heim steht, wurden vor ein paar Monaten auch 2 Leute im Park erschossen und die Strasse, an der wir immer entlanglaufen ist auch bekannt dafür, dass es Überfälle gibt. Das scheint hier aber keinem wirklich Angst zu machen, außer denen, die sowieso vor allem Angst haben und das Heim so gut wie nie verlassen. Jedenfalls meine ich, dass man zwar vorsichtig sein muss, aber nicht gleich den Tod vor Augen haben sollte, sobald man vorm Tor steht.
So, anderes Thema. Ich habe mein erstes richtiges Erfolgserlebnis gehabt, was meine Arbeit betrifft. Ich konnte über die deutsche Botschaft einen Orthopäden aus der Hauptstadt erreichen, der auch deutsch spricht. Den brauche ich, weil ich Spenden für die Ergotherapie habe, die ich für 2 neue Rollstühle und orthopädische Schuhe und Schienen für bestimmte Kinder verwenden will.
Dieser Orthopäde jedenfalls hat in Deutschland studiert und mir ist es wichtig, dass sich ein Spezialist die Kinder ansieht und nicht irgendein Student aus dem Nachbarstädtchen, nur weil das Heim keine andere Adresse hat.
Der Orthopäde kam also ins Heim, um alle Kinder zu untersuchen, die ich ihm vorstellte und das beste ist, dass er es umsonst macht. Er wiederum kennt mehrere Spezialisten in der Hauptstadt, die eventuell die Stühle und Schienen umsonst oder zumindest billiger herstellen könnten. Und nett war er noch dazu. Jetzt muss ich nur noch auf seinen Anruf warten, um weiter zu entscheiden, wann wir beginnen.
Jetzt ist aber erstmal Wochenende und morgen wollen wir wieder nach Antigua. Im Moment ist die Stadt übervoll mit Touristen, weil es kurz vor Ostern ist und Antigua ist bekannt für seine schönen Prozessionen. Die Osterprozession können wir uns aber leider nicht ansehen, weil alle Voluntäre in ihren Sektionen arbeiten müssen. Die lokalen Angestellten haben alle frei und wir arbeiten von Donnerstag bis Sonntag als Betreuer bei den Kindern. Wir haben uns schon ein schönes Programm ausgedacht und haben eine Menge vor mit den Mädels.
Ansonsten habe ich mich inzwischen an fast alles gewöhnt und ich fühle mich zu Hause. Manchmal hätte ich gerne mehr Zeit für mich, aber das ist hier kaum möglich. Die Arbeit macht an den meisten Tagen Spaß und manchmal könnte ich das ein oder andere Kind erwürgen. Aber eigentlich kommen alle gerne in die Therapie und das ist die Hauptsache. Ich glaube, nach einem Jahr, wird es schwer werden sich zu verabschieden, weil die Kinder so anhänglich sind und wann immer es geht auch nach der Therapie Kontakt zu mir suchen. Es ist auf jeden Fall etwas anderes mit Kindern in einer Praxis in Deutschland zu arbeiten, die nach der Therapie von ihren Eltern abgeholt werden, oder eben hier mit Kindern, für die man nicht nur Therapeutin sondern eben auch Vertrauensperson ist. Die meisten suchen so viel Zuneigung und Aufmerksamkeit und andere sind extrem verschlossen und distanziert. Leider haben wir nur eine Psychologin hier. Meiner Meinung nach müsste die Hälfte von den 300 Kindern hier psychologische Hilfe erhalten, aber das ist nichtt möglich. Kennt nicht jemand einen Psychologen, der als Voluntär hier arbeiten möchte? Was wir auch bräuchten, wäre ein Physiotherapeut. Im Moment kommt nämlich eine Therapeutin von draußen, die aber bezahlt werden muss weil im Moment kein Voluntär da ist. Ich habe jedenfalls schon eine Bewerbung auf meine Stelle für nächstes Jahr Januar von einer Ergotherapeutin aus Österreich. Ich durfte sie mir durchlesen und mitentscheiden, ob sie für die Stelle geeignet ist. Ich fand die Bewerbung super und jetzt bekommt sie bescheid, dass sie im Januar anfangen kann. Also brauch ich mir schon mal keine Sorgen zu machen, dass die Therapie nicht weiterläuft.
So, und am ersten Mai habe ich jetzt aber eine Reise mit Sabrina geplant. Sie ist die Kunsttherapeutin und kommt auch aus Deutschland. Wenn die Pläne konkreter sind, schreibe ich mehr. Leider haben wir nur 8 Tage, aber ich freue mich schon total. Ich brauche Urlaub ;)

Montag, 9. März 2009


Viele Frauen hier tragen Wäsche oder Früchte auf dem Kopf...




Die Zeit geht so schnell vorbei, wer hätte das gedacht. Am Freitag ist mein Geburtstag und ich bin schon 3 Monate hier. Ich hab zugenommen, weil ich das ganze neue Essen ausprobieren muss. Das meiste ist leider ungesund und das in Kombination mit wenig Bewegung = kein gutes Ergebnis. Aber es gibt einfach so viele leckere Sachen. Zur Information für Pia: Ich esse jetzt auch Avocados. Wenn ich zuück komme, bin ich Experte im Guacamole machen. So, jetzt aber zu meinen letzten Wochen.
Ich bin immer noch froh, wenn ich am Wochenende rauskomme und letztes Wochenende waren wir mit allen Voluntären in den Bergen. Da gibt es einen Platz, der nennt sich “Earth lodge” und er gehört einem Paar aus den Staaten. Die haben im Gebirge oberhalb von Antigua Land gekauft und ein paar ganz einfache Hütten draufgebaut. Außerdem gibt es eine große Wiese auf der man campen kann und 2 Häuser sind Baumhäuser. Vor ein paar Wochen war ich mit 4 anderen schon mal da und wir haben gecampt. Wir sind in Antigua hinten auf einem Pickup aufgestiegen, der uns über mit Schlaglöchern übersäte staubige Bergwege und Bergdörfer zur wunderschönen Earth lodge gefahren hat. Die Aussicht ist grandios! Man sieht 3 Vulkane und in der Nacht die beleuchtete Vorstadt von Antigua. Allerdings hasse ich campen! Ich habs auch nur gemacht, weil Jenny noch was bei mir gut hatte! Das Zelt, das wir mithatten ist in der Nacht über uns zusammengebrochen, weil es uralt ist….haben wir vom Heim ausgeliehen.
Dieses Wochenende hab ich mir ein Bett im Baumhaus reserviert und mit 2 anderen Mädels dort geschlafen. Meiner Meinung nach hatten wir das schönste Haus. Es gibt glaube ich 7 insgesamt. Aber unseres steht im Hang, hat ganz große Fenster und ein Baum wächst durch das Haus durch. Wenn man im Bett liegt, sieht man das ganze Tal und die beleuchtete Stadt und in der Nacht von Freitag auf Samstag gabs ein Feuerwerk, das ich vom Bett aus sehen konnte. Besser wars dann in der Nacht von Samstag auf Sontag. Wir waren gerade Marshmallows am Lagerfeuer am grillen, als der Vulkan “Fuego”, der noch aktiv ist eine riesige Lavafontäne gespuckt hat, die dann den Vulkan runtergelaufen ist. Und da es ja dunkel war, hat man nur die Lava gesehen, die innerhalb von Sekunden abgekühlt war und somit konnte man sie nicht mehr sehen und bis ich meine Kamera rausgekramt hatte, war schon wieder alles vorbei.
Tagsüber kann man dann in Hängematten und Liegestühlen liegen und einfach gar nichts tun! Es gibt eine Avocadofarm und wir haben ein paar gepflückt, um Guacamole zu machen. Außerdem gibt es eine Schaukel, die in den Bäumen im Hang hängt und wenn man schaukelt, schaukelt man praktisch ins Tal. In der Nacht ist es besonders schön, weil man in den Sternenhimmel und die beleuchtete Stadt schaukelt.

Sonntags sind wir dann wieder runter nach Antigua gefahren und ich bin mit Jenny noch in der Stadt geblieben. Im Moment gibt’s hier ganz viele Prozessionen, weil ja bald Ostern ist. Es werden dann ganz viele “Alfombras” = “Teppiche” aus Blumen auf den Strassen ausgelegt. Manchmal fangen die Künstler um 5 Uhr morgens damit an, damit sie am Nachmittag fertig sind. Bei der Prozession, die wir gesehen haben wurde ein riesengroßer kitschiger Jesus mit Kreuz und meiner Meinung nach fürchterlich hässlichen Engeln durch die halbe Stadt geschleppt. Es war so unglaublich voll und Jenny und ich haben es irgendwann aufgegeben uns in die vorderste Reihe durch hunderte von Touristen zu kämpfen. Also haben wir uns in den Park gesetzt und geraten, welche weißen Touristen aus welchem Land kommen könnten. Zur Zeit ist die Stadt noch überladener mit Touristen als sonst…eben wegen Ostern.
Ich habe jetzt auch einen Platz gefunden, an dem ich Salsa lernen kann. Der Tanzlehrer hat uns eine Tanzperformance geboten, die ich nie wieder vergessen werde. Mit Spagat und allen Drehungen und Verrenkungen, die ich gar nicht lernen will. Aber die Stunden sind umsonst und es sind viele Anfänger da. Und ich will unbedingt Salsa lernen. Die Mädels aus meiner Sektion, die ungefähr 10 sind, können jetzt schon perfekt tanzen. Ich wünschte ich hätte als Kind gelernt so zu tanzen. Neid!
Ansonsten fahre ich total gerne Bus. Die Busse hier heißen Camionetas. Man steigt einfach ein und es wird während der Fahrt kassiert. Es gibt keine Fahrscheine, statt dessen,arbeitet sich meistens ein ganz dünner Kassierer durch die eng gequetschten Fahrgäste langsam aber sicher nach hinten. In der Hand hat er immer ein dickes Bündel mit abgegriffenen Quetzalscheinen. Und der Kassierer verliert fast nie den Überblick. Er weiß immer, wer wann zugestiegen ist und wer wo aussteigen will. Außerdem hat er die Aufgabe, als griton (Schreihals) das Fahrtziel auszurufen, dem Fahrer bei seinen Überholmanövern zu helfen (die mich schon einige Nerven gekostet haben) und das Gepäck von den Leuten die mitfahren in Rekordzeit aufs Dach zu hieven. Jede Busfahrt ist ein Erlebnis!
Wenn wir nicht den Bus nehmen, fahren wir mit dem Taxi, weil nachts bzw. früh morgens keine Busse mehr fahren. Ich habe meinen persönlichen Taxifahrer, der mich heiraten will und wir deswegen immer billiger fahren können, was sehr praktisch ist. Keine Angst Eltern…ist nicht mein Typ ;)

Ja und dann habe ich heute Nacht mein erstes Erdbeben verpasst. Haben mir ein paar Kinder ganz aufgeregt erzählt. Ich habe es leider verschlafen. Aber ich bin sicher, ich werde in dem Jahr noch das ein oder andere miterleben.
Außerdem war ich in der Hauptstadt, um ein paar Materialien für die Theapie zu besorgen. Die Stadt ist riesig groß und wir sind bestimmt 3 Stunden rumgefahren, um alle Läden zu finden, die wir gesucht haben. Es gibt fast jeden Tag einen Transport vom Heim in die Hauptstadt, weil entweder einer von den Mitarbeitern vom Büro irgendwelche Papiere irgendwo hinbringen oder abholen muss.
Oder Mittwochs zum Beispiel, fahren alle Kinder, die HIV positiv sind in die Stadt, um einen Fotokurs zu machen. Die Hauptstadt ist in Zonen aufgeteilt. Inzwischen gibt es glaube ich über 20 Zonen, von denen einige als super gefährlich gelten. Ansonsten habe ich hier und da mal das ein oder andere schöne Gebäude oder einen Brunnen gesehen, der mir gefällt, aber wirklich beeindruckt war ich nicht. Aber ich bin ja eh kein Fan von großen Städten. Dann lieber Antigua. Das ist klein, gepflegt und überschaubar. Und es gibt nicht nur Touristen, sondern eben auch Ladinos und Indigenas.

Es gibt so viele schöne Ruinen. Die meisten von Kirchen und Klöstern, die bei dem großen Erdbeben von 1773 zerstört wurden. Ja, jetzt könnt ihr noch was lernen!
Es geht mir jedenfalls gut! Ich werde wahrscheinlich versuchen vom 1. Mai bis zum 9. Mai nach Belize und Honduras zu reisen. Ich muss das Land sowieso verlassen, um mein Visum zu verlängern. Und ein paar Tage kann ich frei nehmen, weil wir in der Osterwoche für ein paar Tage als Betreuer in unserer Sektion bei den Kindern arbeiten müssen. Die lokalen Mitarbeiter, die die Kinder sonst betreuen haben dann nämlich frei. Und diese Tage, an denen wir arbeiten müssen, können wir anschließend frei nehmen wann immer wir wollen. Mal sehen wer mitkommen kann. Die Karibikküste ruft!
Mein Spanisch wird jedenfalls immer besser. Die Zeiten habe ich immer noch nicht drauf, aber im Großen und Ganzen versteht mich glaube ich jeder. Kann nur besser werden.
So, das sollte fürs erste reichen. Ich habe übrigens eine guatemaltekische Handynummer. Über die deutsche Nummer bin ich nicht zu erreichen. Die Nummer ist 0050259217145, Hoffe sie stimmt. Danke übrigens für alle Mails die ihr mir schreibt, auch wenn ich so selten antworte. Ich freue mich immer total.

Freitag, 13. Februar 2009

Zehn Uhr abends…ich habe Zeit! Hätte nicht gedacht, dass es so viel zu tun und vorzubereiten und organisieren gibt. Ich arbeite von 8 bis in der Klinik und die Zeit danach hab ich meistens auch irgendwas zu tun. Gott sei Dank haben wir hier Waschmaschinen und Trockner und müssen nicht, wie die Kinder hier im Heim unsere Wäsche mit der Hand waschen. Ich habs nur einmal machen müssen und weiß die Waschmaschine jetzt umso mehr zu schätzen. Muss man sich mal vorstellen. Hier gibt es in jedem Dorf und in auch in den Städten überall öffentliche Plätze, auf denen die Wäsche gewaschen wird. Meistens sind das dann 20 bis 30 große Steinbecken unter einem Dach, wo man sich trifft und wäscht. Aber wir haben wie gesagt ein paar Maschinen hinter einem von den Häusern stehen. Die meisten Teile werde ich nach dem Jahr aber wahrscheinlich wegwerfen können. Es gibt nämlich nur kaltes Wasser und irgendwie hab ich immer das Gefühl, dass die Sachen nicht unbedingt sauberer sind, wenn ich sie aus der Maschine hole. Außerdem wird hier nicht gebügelt, was mir eigentlich ganz gelegen kommt, weil ich nicht wirklich bügeln kann, aber auf der anderen Seite sehen die Sachen auch dementsprechend aus. Interessiert aber eh keinen!
Meine Arbeit läuft eigentlich ganz gut, bis auf die Tatsache, dass ich im Moment nicht wirklich in Arbeitsstimmung bin. Die Motivation fehlt! Aber so geht es zur Zeit mehreren und wir versuchen uns gegenseitig zu motivieren. Heute habe ich mit der Kunsttherapeutin, die auch aus Deutschland kommt ein Projekt mit einer Gruppe von 6 verhaltensauffälligen Kindern angefangen. Einer ist zwischendurch aus dem Fenster gesprungen (kein Selbstmord…ist nur 1 m), der andere hing ständig an meinem Hals, während der nächste versucht hat meine Kamera zu klauen. Horror! Aber das kriegen wir schon hin!
Ich hab ja die Wochenenden, um mich zu erholen. Bis auf das eine Mal, als wir in Monterrico am Strand waren, sind Jenny und ich eigentlich immer nach Antigua gefahren. Es gibt ein Cafe, in dem man umsonst Filme sehen kann, die bei uns im Kino laufen…mit Sofas und leckerem Essen. Gefällt mir.
Ich bin immer ganz froh, wenn ich rauskomme. Bin noch nicht ganz daran gewöhnt, dass hier alles geschlossen ist. Das Gelände vom Heim ist mit Stacheldraht abgeriegelt und wir können nur durch einen Eingang bzw. Ausgang rein und raus, der von zwei Sicherheitsbeamten mit Waffen bewacht wird. Wir bringen ihnen immer Cola mit, weil die Armen immer für uns aufstehen müssen, wenn wir aus Antigua kommen.
Da sind wir letzten Samstag in eine Drogenrazzia geraten und ich muss sagen….mit der Polizei will ich hier nicht aneinandergeraten. Als sie ihre Gas”bomben” ausgepackt haben, sind wir gegangen. Das war auf einer von den Afterparties, die wohl bekannt dafür sind, dass mit Drogen gedealt wird.
Ansonsten hab ich persönlich hier noch keine Erfahrungen mit Überfällen oder irgendwelchen Kriminellen gemacht. Was auffällt ist, dass die meisten Geschäfte von Sicherheitsleuten bewacht werden….aber ansonsten…Trotzdem würde ich hier nachts nicht alleine rausgehen. Wurde uns auch von abgeraten.
Ansonsten habe ich mich fast an alles gewöhnt: Ganz besonders liebe ich die tausend Treppenstufen, die ich jeden Morgen hochsteigen muss, weil ich natürlich im untersten Voluntärhaus wohne! Andere Dinge, an die ich mich gewöhnt habe:
Abgewaschen wird draußen hinterm Haus, wo wir ein großes Waschbecken haben, Wasser wird aus riesigen 10 l Kanistern getrunken, man wird von allen abgeknutscht, egal ob man sich kennt oder nicht, gegessen wird aus Plastiktellern, meine Zimmernachbarin, die schnarcht, Meetings, die Stuuuuuunden dauern, Essen mit vielen Knochen drin, die einzige Weiße im Bus zu sein, Milch, die entweder in Pulverform oder in Tüten verkauft wird, Geschäfte, die jeden Tag bis 11 Uhr nachts geöffnet sind, Mangos mit Chili und Zitronensaft zu essen…..reicht erstmal, nächstes Mal mehr.

Donnerstag, 29. Januar 2009


Jenny! Das wird ein lustiges Jahr!
Mit ihr teile ich mir ein Zimmer.




Unser Hotel am Pazifik....
























Mein Therapieraum in der Klinik