Sonntag, 4. August 2013

Post 14 Piranas, Delphine und die Dschungelhexe

Ich habe überlebt! ;)
Gestern kam ich aus dem Amazonas zurück und will doch noch schnell den Blogeintrag machen, weil ich wahrscheinlich nicht so viel Zeit und Nerven haben werde, wenn ich in Deutschland bin.
Jedenfalls war meine Reise genauso, wie ich sie mir vorgestellt habe! Einen Eindruck von der Region bekam ich eigentlich schon im Flugzeug, weil wir wirklich über eine Stunde lang über den Dschungel geflogen sind! Es gibt keine Straße, die nach Letitia führt und man muss fliegen, wenn man nicht 2 Wochen lang mit Booten und zu Fuß unterwegs sein möchte.


Hier konnte ich mein erstes Foto vom Amazonas schießen, was ich wirklich beeindruckend fand, weil der Amazonas für mich nur im Fernsehen existiert! ;)
Ich wurde gleich am Flughafen in Letitia abgeholt, was die Hauptstadt vom kolumbianischen Department "Amazonas" ist. Von dort aus bin ich dann über die brasilianische Grenze, mit dem Taxi, dem Motorrad und mehreren Booten zum Reservat Palmarí gefahren. Als ich nach der ersten Station im "Hafen" am Amazonas ankam, um das erste Boot zu nehmen, fand ich es total unwirklich, dass ich neben dem Fluss Amazonas stehe! Als gute Touristin habe ich natürlich ein paar Fotos geschossen und war auch auf dem Boot noch total fasziniert und konnte es nicht richtig fassen, dass ich über den AMAZONAS fahre! Ich war wahrscheinlich wie eine von den Touristen am Rhein, die jeden Grashalm fotografieren und die Einheimischen haben mich genauso verständnislos und gelangweilt angeglozt, wie ich es auch immer mit den Touris im Rheintal mache ;) 


Na jedenfalls habe ich dann ein paar mal das Boot gewechselt. Auf einem Holzsteg musste ich auf das nächste Boot  warten, wo ich Fotos von Booten aufnahm, die wirklich klein waren, auf denen aber ganze Familien wohnten. Auf dem Foto sind das die Boote mit der blauen Plastikplane. Mein Begleiter erzählte mir,dass das indigene Familien, die mehrere Tage mit dem Boot aus ihren Gemeinden über den Fluss zur nächsten "Stadt" kommen, ihre Produkte verkaufen, sich mit ein paar Lebensmitteln wie Salz und Zucker usw. eindecken und dann wieder zurücktuckern. 
Die Boote sind echt schmal, haben ein paar Hängematten drin....sonst nichts und da kommen zum Teil 7 Personen unter. Je nachdem wieviele Kinder die mitnehmen.
So, nach ein paar Stunden kamen wir dann im Reservat an, das an einem Nebenfluss des Amazonas liegt. Man kann es nur mit dem Boot erreichen, was ich schön fand, weil es natürlich die absolute Erholung für meine Lungen war, nach 5 Monaten Bogotá!
Ich war die EINZIGE Touristin in den ersten 3 Tagen haha! War mir aber recht, ich wollte ja meine Ruhe! Ich bekam meinen eigenen Guide zugewiesen, der 24 Jahre alt und echt lustig war. Mit dem habe ich also die ganze Woche verbracht. Ich konnte mir jeden Tag aussuche, was ich wann machen möchte und er hat alls organisiert und mich begleitet und mir alles erklärt! Ich habe wirklcih ALLES gemacht, weil ich relativ lange da war. Am ersten Tag sind wir gleich mit dem Kajak auf den Fluss rausgefahren, um Delphine zu beobachten und haben super viele gesehen. Und die rosanen Delphine sind wirklich super rosa! Es gibt dort graue und rosane Delphine und es war soooo schön sie zu beobachten. Mein Guide hat mich zwar die ganze Zeit vollgequatscht, aber da er mir von seinen ganzen persönlichen Problemen erzählt hat wollte ich auch nicht sagen, dass er gefälligst die Klappe halten soll, damit ich in Ruhe die Delphine anschauen kann ;) Ich wusste ja auch, dass ich noch öfter rausfahren kann, um sie zu sehen. Jedenfalls sind wir dann im Sonnenuntergang zurückgefahren. Ich fand es schon etwas seltsam Delphine in einem Fluss zu sehen, weil ich Delphine eigentlich dem Meer zuordne ;) Aber am Ende war es dann ganz normal. Gott sei Dank mögen die Leute dort kein Delphinfleisch, sonst gäbe es wohl keine Delphine mehr! Ich konnte leider kein Foto aufnehmen, weil die so schnell auf und abtauchen. Meine Kamera und ich, wir sind zu langsam!


Stellt euch auf dem Sonnenuntergangsfoto einfach eine kleine Delphinfamilie vor die vor meinem Kajak durch den Sonnenuntergang schwimmt. So wars nämlich jeden Abend. Schön oder?
Jaaaaaaaaaaaa, was habe ich noch so gemacht. 
Ich habe eine einstündige Dschungeltour unternommen. Eigentlich wollte ich länger laufen, aber als ich dann ankam und es so meeeeeeeeeeeega heiß war, habe ich beschlossen, dass eine  Stunde reicht!
Ich habe ehrlich gesagt nicht besonders viele Tiere gesehen. Ein paar Affen, Spinnen und sehr viele Moskitos! Die haben mich leider auch gesehen und sich gleich auf mich gestürzt. Das war wohl das Einzige, was mir nicht gefallen hat am Dschungel! Diese Viiiiiiecher! Meine Beine sahen nach der Woche aus........schrecklich! Total zerstochen, obwohl ich mich echt bemüht habe mich regelmäßig mit dem Antimückenzeug einzuschmieren. Bringt aber alles nichts!
Weil es so heiß im Dschungel war, hat mein Guide, der übrigens Jojo heißt, mir einen Fächer aus einer Palme gebastelt, was auch schön war.


Einen Tag waren wir fischen! Ich habe das erste Mal im Leben eine Angel in der Hand gehabt! Wir fuhren mit einem kleinen Boot zu einer Lagune. Gott sei Dank war das Boot so schmal, sonst hätten wir die Fahrt durch diesen extrem ausgetrockneten Kanal wohl eher nicht geschafft! Wir waren zu viert, es kamen noch 2 andere Mitarbeiter vom Camp mit. Einer der gefahren ist. Wir sind echt über alles drübergefahren, was uns in den Weg kam. Ich hatte am Anfang echt Schiss, weil wir immer direkt auf riesige Baumstämme zugesteuert sind, die dann zum Glück jedes Mal untergegangen sind, als wir drüber fuhren. Aber ich glaube in dem ein oder anderen Moment war es einfach nur Glück dass wir nicht irgendwo steckenblieben oder einer der Stämme nicht unterging! Ich vertraute also mal auf die Erfahrung der Guides und letzten Endes kamen wir an einer schönen Lagune raus, wo wir für mein Empfinden große Fische aus dem Wasser zogen. Macht eigentlich Spaß zu fischen! Mir tat der erste Fisch, den wir rauszogen noch etwas leid, aber das ist wohl etwas unangebracht, wenn ich zweimal in der Woche Fisch esse! Trotzdem, getötet hab ich ihn nicht. Das hab ich den Guides überlassen. Und ich hatte dann wirklich das Glück einen Pirana zu fischen! Das war was! Die sind viel größer als ich dachte! Ich hab ihn auch gleich erkannt, als ich ihn aus dem Wasser zog. Ich finde Piranas echt hässlich und da ich natürlich den "Horrorfilm" gesehen hatte wusste ich genau wie sie aussehen. Und ich hatte auch wirklich eine der aggressivsten Spezie an der Angel! Es gibt nämlich mehrere Arten. 
Natürlich habe ich ein Angeberfoto machen lassen! Man hat schließlich nicht jeden Tag einen Pirana in der Hand! Und ich sehe nur so angestrengt aus weil der so glitschig war, nicht etwa weil ich Angst hatte haha!
Die Fische, die wir fingen haben wir später im Wald auf einem selbstgebauten Grill überm Feuer gegrillt. Mein Pirana war sehr lecker! Den Leuten im Amazonas schmeckt das Fleisch nicht, weil es angeblich so fest ist. Finde ich nicht!
So, außerdem habe ich noch einen 500 Jahre alten Baum besucht, um den sich 26 Personen stellen und sich die Hand geben können. Das Foto lohnt sich nicht, weil man die Größe auf dem Foto sowieso nicht erkennt!
Dann habe ich noch eine der kleinen Gemeinden besucht, die am Fluss leben. Wahnsinn! Die sind so klein! Ich war auf der peruanischen Seite! Ja, lustig. Ich habe Brasilien und Peru besucht, weil das Ländereck sich dort befindet. Ich habe auf der brasilianischen Seite des Flusses im Reservat gewohnt und jeden Tag auf Peru geschaut, was auf der anderen Seite des Flusses anfängt. Unfassbar!
Jenfalls gibt es in der Gemeinde 15 Häuser und die Leute leben vom Fischen und Gemüse anpflanzen. Den Rest des Tages hängen sie in ihren Hängematten rum. Strom gibt es nur 2 Stunden am Abend und das wars. Von wegen Computer oder sonstige elktronische Geräte! Fernseher hat natürlich jeder, aber der wird eben auch nur am Abend angemacht, wenn der Generator der Gemeinde mit Diesel betrieben für 2 Stunden angeschmissen wird. Das selber in meiner Unterkunft! Ich habe also jeden Abend relativ früh geschlafen weil es stockfinster ist und es natürlich nichts zu tun gibt! Das Leben dort ist sowas von .............langsam und ruhig! Ich würde ausrasten! Aber die Leute dort kennen es ja nciht anders!
So, dann habe ich mir noch ein Tattoo malen lassen mit dem Saft einer Frucht, deren Name ich vergessen habe. Das hält jetzt 8 Tage.Wäre mir recht, wenn es schon früher abginge, weil es ehrlich gesagt etwas.....sehr kreativ ausgefallen ist. Außerdem hat mir beim Auspressen des Saftes kein Mensch gesagt, dass meine Hände danach schwarz werden, also laufe ich schon seit 4 Tagen mit schwarzen Händen und Nägeln rum. Auch ganz toll! ;) Naja, cih wollte ja einen exotischen Urlaub!
Apropos exotisch. In einer Nacht hat mir Jojo die GEschichte von der Hexe "Gurupia" erzählt (ich glaube sie hieß so),die so etwas wie die Schutzpatronin des Urwaldes ist. Aber sie ist wohl eine von der bösen Sorte und alle Mitarbeiter im Reservat glauben dran! Ich hab mich zuerst lustig drüber gemacht, aber nach 3 GEschichten hatte ich echt Schiss! Und alle, die ich gefragt habe, bestätigten die Geschichten mit total ernstem und überzeugtem GEsicht. Ich glaube eigentlcih nciht an Geister oder Hexen, aber das, was die mir da erzählt haben klang so, als könnte es auch wahr sein und deswegen war ich am Ende total eingeschüchtert und wollte nicht durchs Dunkle zu meiner Hütte laufen, weil ich so Schiss hatte. Ist auch nochmal was anderes, ob man so Geschichten irgendwo hört, wo es nett und lustig ist oder mitten im Dschungel, im Dunkeln und umgeben von Menschen,die alle schon irgendwelche verhexten Momente erlebt haben! Schrecklich! :) Naja, ich war offensichtlich uninteressant für die Hexe haha.



 Am letzten Tag habe ich dann Canopy gemacht, was wirklich cool war! Es gibt einen 40 m hohen Baum im Dschungel, auf dem eine Plattform gebaut wurde, von der aus man über eine seeeeeeehr hohe Hängebrücke über die Bäume laufen kann und am Ende schwingt man sich an einem Drahtseil von einer Plattform auf die andere. Aber zuerst muss man sich an diesem riesigen Baum hochziehen. Das war echt anstrengend, hat aber Spaß gemacht, weil noch ein Paar aus England dabei war, mit denen ich mich gut verstanden hab! Hier die Aussicht von der Plattform.
Ich hatte auch wirklich wenig Angst, weil Jojo und noch ein Guide dabei war, die beide so lustig sind und die ganze Zeit super entspannt waren. Man denkt also man ist unsterblich und ich hatte einfach nur Spaß!
Am Abend gabs dann noch eine Runde Caiprina für alle und da war die Woche auch schon wieder vorbei! Es war genauso wie ich es mir vorgestellt hatte und ich bin wirklich glücklich und zufrieden wieder in Bogotá angekommen. Wenn auch müde, weil die Reise in der Hitze über Flüsse und holprige Straßen auf dem Motorrad wirklcih anstrengend war. Aber schön!!
Morgen und übermorgen verabschiede ich mich noch von ein paar Leuten und mache nochmal ein Abschiedsessen. Und dann gehts ab in die Staaten! Ich melde mich dann, wenn ich wieder in Deutschland bin.
Bis dahin schicke ich euch Besitos aus Bogotá!!!