Ich habe die erste Woche im Kinderdorf hinter mir!! Letzten Sonntag bin ich mit 5 anderen Voluntaeren mit einem kleinen Shuttlebus von San Pedro aus nach Parramos gefahren, wo das Kinderdorf ist. Ich wollte gar nicht mehr weg aus San Pedro. Irgendwie hab ich mich schon richtig heimisch gefuehlt. Wenn ich durch die Strassen gegangen bin, ist mir immer jemand begegnet, den ich kannte und das Leben war so ....stressfrei. Morgens Sprachschule und nachmittags das, worauf man Lust hat. Das ist jetzt erstmal vorbei!
Der erste Eindruck von NPH ist, dass alles super durchorganisiert ist! Im Moment sind einige von uns neuen 15 Voluntaeren noch in einem Haus fuer Besucher untergebracht, weil die alten Voluntaere noch nicht abgereist sind. Ich teile mir ein Zimmer mit einem super lustigem Maedel aus den USA...Jenny. Gott sei Dank bin ich mit ihr in ein Zimmer gekommen....sind naemlich auch ein paar Leute dabei, die ich kein ganzes Jahr ertragen koennte. Jedenfalls verstehen wir uns super und haben schon die ersten naechtlichen Laesterstunden gestartet harhar!!
Nein, die Leute sind wirklich alle nett. Ich muss ehrlich sagen, dass die Leute, die ich am seltsamsten finde aus Deutschland kommen. Das sind ausser mir noch 5 andere. Ansonsten sind die meisten aus den USA, eine aus Italien, eine aus Frankreich und einer aus Holland. Bis jetzt finde ich, dass wir eine gute Gruppe sind und das Jahr kann lustig werden.!
In dieser Woche war alles wie gesagt super durchorganisiert. Es war eine Einfuehrungswoche fuer uns und wir wurden ueber das gesamte Gelaende gefuehrt, haben die verschiedenen Arbeitsbereiche kennengelernt, haben ein paar Staedte in der Umgebung besucht und den ganzen Papierkram erledigt. Mein Arbeitsraum ist in der Klinik und ich habe alles was ich brauche. Bis jetzt habe ich aber noch nicht gearbeitet. Naechste Woche werde ich mit Nicki arbeiten, der Ergotherapeutin, die ich abloesen werde. Nach dieser Woche reisen die alten Voluntaere ab und dann fange ich alleine an....help!
Alle sind super aufgeregt, weil die Arbeit mit den Kindern hier auf jeden Fall eine Herausforderung ist und auf jeden Fall nicht leicht wird. Aber die alten Voluntaere sind so begeistert von dem Jahr, dass wir eigentlich alle versuchen positiv zu denken. Ausserdem gibt es hier alles! Schreinerei, Baeckerei, Schmied, riesige Kueche, Schweine (ich hab noch nie so riesige Schweine gesehen!!), Huehner, Gaertnerei.....einfach alles! Die pflanzen hier alles selber an und das Fleisch kommt zum groessten Teil auch von hier! Die Moebel werden alle hier hergestellt und das Brot natuerlich auch. Das Gute ist, dass ab und zu ein Baecker aus Deutschland vorbeikommt und der hat den Leuten beigebracht wie man Berliner backt..jammi!
Das Essen ist gut...Gott sei Dank und ich esse fast jeden Morgen schwarze Bohnen mit sowas Aehnlichem wie Creme fraiche und suessem Brot und manchmal noch Kaese dazu. Hoert sich ekelhaft an, schmeckt aber super lecker! Mal sehen, ob ich das in einem Jahr auch noch sage!
Gestern Abend waren wir dann in Antigua, die naechst groesste Stadt von hier und gehoert zum Weltkulturerbe. Super schoen aber auch gaaaaanz viele Touristen. Ist aber eigentlich nicht schlecht, weil es viele Bars und Clubs gibt und man kann gut weggehen! Ausserdem ist es eine Stadt, die Backpacker anzieht und somit lernt man schnell viele Leute kennen, die reisen und das ist immer interessant. Heute Abend wollen Jenny und ich wieder hinfahren und ich will mich mit ein paar Leuten treffen, die ich aus San Pedro kenne. Das ist praktisch, weil viele durchs Land reisen und fuer ein oder zwei Tage in Antigua bleiben.
Heute haben wir den ganzen Tag in einer der Sektionen verbracht, die wir uns vorher aussuchen durften. Sektion heisst, eine Gruppe von Kindern eines bestimmten GEschlechtes und Alters. Ich habe mich fuer die Angeles (Engel) entschieden. Die sind von 8 bis 13 Jahre und noch pflegeleicht. Jeder von uns, der nicht sowieso als Betreuer in einer der Sektionen arbeitet....also z.B. ich als Therapeutin oder die Englischlehrer oder Projektleiter muss zweimal in der Woche nach der Arbeit einen Nachmittag in dieser Sektion verbringen und sich mit den Kindern beschaeftigen. Das ist einfach dafuer gedacht, dass wir uns besser in das Leben hier integrieren koennen und zu mehreren Kindern Kontakt haben. In meiner Sektion sind es 12 Maedels.
Heute haben wir eine Stunde damit verbracht Laeuse aus den Haaren zu ziehen....hehe. Ich werde auch welche bekommen, das ist sicher! Alle Kinder haben Laeuse..ist hier nix Besonderes.
Woran ich mich noch gewoehnen muss ist, mit 350 Kindern in einem Saal zu essen. Ist auf jeden Fall kein gemuetliches ruhiges Beisammensitzen mit Tischmanieren. Ein Erlebnis!! Der Tagesablauf ist auf jeden Fall nicht so locker wie mein Tagesablauf war, als ich klein war. Hier wird um 5 aufgestanden, gebetet, geputzt, gefruehstueckt, geputzt, Waesche gewaschen und dann Hausaufgaben gemacht. Viel Zeit zum Spielen haben die hier nicht. Das ist die Philosopie von NPH. Disziplinierte, fleissige, selbstaendige, gesellschaftstaugliche Menschen aus den Kindern zu machen. Und das scheint zu funktionieren. Der Direktor von diesem Heim hier ist ehemaliges NPH Kind und viele der Angestellten hier sind ebenfalls Ex NPH Kinder. Scheint alles zu funktioneren. Ich denke, dass ich mir genau das richtige Projekt ausgesucht habe!
Fotos folgen. Die Verbindung hier funktioniert nicht immer und es ist etwas nervenaufreibend wenn ich alle 5 Minuten aus dem Internet fliege! Aber ich bemuehe mich!!